Die sonderbaren Erlebnisse, wundersamen Ereignisse und der ganze langweilige Alltag des Eugen Pletsch...

Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Wenn so ein Deckswetter herrscht, so ein richtig schönes, nasses, kaltes, windiges Dreckwetter, dann fühle ich mich wohl. Man kann in Ruhe arbeiten….

Dann sitze ich in meiner Klause und aussortiere Bücher. Meine gesamte psychedelische Epoche, deutsche Subkultur der 70er, Leary und ordnerweise alles, was ich aus dieser Zeit gesammelt habe geht an ein Archiv in der Schweiz (das sich über Spenden freut).

Und ich denke darüber nach, wo meine ca. 30 englischsprachigen Golfbücher (ohne Einzelverkauf in einem Onlineshop) auf fruchtbaren Boden fallen würden. Ich hatte ein entsprechendes Angebot bereits bei Facebook gepostet, aber die Resonanz war gleich null*, was ich nicht verstehe.

Allein die Tatsache, dass ICH mich durch ein englisches Buch quäle, sollte für dessen Qualität sprechen.

Aber wer sollte sich auch melden, außer den ca. drei Personen, die ich kenne, die diese Bücher ohnehin schon haben. Außer Hogan ist kaum Golftechnik dabei, sondern eher Schmöker von Longhurst, Bagman Byrne und anderen absolut Golfwahnsinnigen, köstlich zu lesen, zumindest soweit meine Sprachkenntnisse das beurteilen können. Wer Interesse hat: Der Erlös wird in das Relaunch von Cybergolf.de gesteckt, das bevorsteht.

Meine Buch-Offerte erinnert mich an meine Aktion vom Vorjahr, als ich ergebnislos versucht habe, eine Kiste schöner Golfbücher (Bildbände, alles Mögliche) an einen Golfclub zu verschenken. Ich träumte mir, da säßen sie an einem regnerischen Tag zusammen in der Members Lounge (z.B. in St. Leon, wo fast alle meine Bücher im Regal stehen, zumindest standen). Da sitzen sie also, die Damen und Herren Golfer und lesen in Hogans „Der Golfschwung“ oder kichern über die Schnurren von Wodehouse. Oder blättern in anregenden Bildbänden...

„In welcher Welt lebst Du?“ werdet Ihr fragen. Stimmt. Ich weiß. Niemand würde lesen.

Höchstens in der Gratisausgabe einer Zeitschrift blättern, mit einem Bernhard Langer auf dem Titelblatt, der sich in einen Golfschläger-Schaft verbeißt. Gratulation zum 60sten. Bernhard ist ein hochverdienter Mann mit weltweiter Reputation, der bedeutendste lebende deutscher Sportler, bekannt für Moral, Ethos und Glauben. Ein feiner Mensch. Und doch fragt man sich, gerade dann, heimlich, warum er (der wie man sagt dreistellig Millionenschwer ist) es immernoch nötig hat, auf seiner Schildkappe für eine Bank zu werben, die sich von Moral und Ethos so uneinsichtig wie undurchsichtig weit entfernt hat?
Ja, die Berenberger haben sich einige der besten Alt-Golfer zusammengekauft und sponsern auch ein Seniorenturnier in Deutschland, weil: einfacher kann sich sein Klientel nicht vor die Flinte treiben. Bei einem Gary Player wundert es niemanden, aber Bernhard Langer sollte bei seinem Anspruch an Anstand und Ehrlichkeit doch etwas genauer hinschauen, mit wem er sich einlässt. (Kaymer lasse ich diesbezüglich mal außen vor, der hat im Moment genug Sorgen).

In solchen Magazinen blättert es sich während der Regenpause leichter und seichter. Man könnte auch Mails checken, oder die Wetter-App, und wenn der Radar die nächste Wolkenwand ankündigt, dann haben wir wirklich Besseres zu tun, als in einem Buch rumzublättern, das einem nicht wirklich weiterhilft, wenn man im Bunker steht und nicht rauskommt..

Nun denn: Diese Kiste Bücher habe ich dann dem Hotel Deimann für deren Bibliothek gestiftet und die haben sich gefreut. Aber was ist nun mit den englischen Büchern? Sofern sich niemand demnächst meldet, fällt mir das Deutsche Golfarchiv ein. Dort lagert der DGV seine Visionen vom deutschen Golfsport. Aber der DGV vertritt ja nur eine Teilmenge deutscher Golfer*Innen, Cross-Golfer, Clubfreie, Graugolfer, Wander-Golfer, Briefkastengolfer wie immer man uns nannte, kommen da wohl kaum vor. Und wer hat mehr als 1000 Seiten aus dem Leben eines Barfußgolfers gebloggt? Genau! Das war ich. Und vielleicht sollte man der Erinnerung an den golferischen Underground etwas nachhelfen? Oder? Was meint Ihr?

Ihr seht, ich habe zu tun, während da draußen dieses schöne, nasse, kalte, windige Dreckswetter tobt. Ach kuck! Es tobt nicht mehr. Nur bis vorhin, als ich mit diesem Text begann. Jetzt hat es sich geändert. Strahlender Sonnenschein, schottische Windböen und plötzlich spüre ich dieses unsägliche Jucken.

Am nächsten Dienstag kommt Frau Oelmann zu unserem Jahresabschluss-Killermatch. Da sollte ich doch vorher eigentlich noch ein paar Schläge machen, oder?

Ihr/ Euer

Eugen Pletsch

 

*Zum Thema ‚Resonanz gleich Null‘: Wenn ich 20 Clubs anschreibe um eine Lesung anzubieten und niemand reagiert, dann kann ich das ja noch verstehen, weil 'dat wat koscht'. Wenn ich jedoch 800 Clubs anschreibe und anbiete, Veranstaltungen, Nachrichten und Meldungen kostenlos in unserer Rubrik "Clubnachrichten" zu posten und nicht ein Club reagiert, dann weiß ich auch nicht weiter. Haben alle Club-Manager Tränen in den Augen, weil die Geschäfte so schlecht laufen, weshalb sie auf kostenlose PR-Angebote überhaupt nicht reagieren? Wie auch immer. Ich habe die Rubrik wieder geschlossen und Meldungen jeglicher Art erscheinen wieder auf CybergolfNews.

 

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