Die sonderbaren Erlebnisse, wundersamen Ereignisse und der ganze langweilige Alltag des Eugen Pletsch...

Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Schaut aus dem Fenster und Ihr wisst, warum ich endlich Zeit habe, Euch zu schreiben…

In letzter Zeit habe ich mich etwas rar gemacht. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass ich mal wieder die letzten 10 Tage in einem einsamen Waldhaus verbrachte, wo ich vier Katzen hüten sollte. Hüten ist eigentlich zu viel gesagt, denn die Viecher können selbst gut auf sich aufpassen. Sie müssen halt gefüttert werden und die eine, die ins Haus darf, will auch regelmäßig gekrault werden, wozu sie mich solange mit ihrem Gejammer nervt bis ich endlich in ihrem Fell grabe, bis sie schnurrt.

Wenn es ihr reicht, rammt sie mir zum Dank ihre fiesen Krallen in den Oberschenkel und reckt sich und schaut mich an, was dann heißt, dass ich ihr eine weitere Dose aufmachen darf. Ihr und den drei anderen, die wesentlich weniger übergriffig sind. Na, ich habe die 10 Tage überstanden und durfte in dieser Zeit im Gegenzug abends mit Verstärker, Mikro und Gitarre so laut ich wollte vor mich hin blöken, ohne dass jemand die Polizei gerufen hätte. Das war der Deal.

In dieser Zeit haben wir auch die 2. Auflage von „Anmerkungen für Golfer“ als Hardcover-Ausgabe mit Schutzumschlag vorbereitet. Das Buch wird demnächst neu bei BOD erscheinen, (Neue ISBN-13: 978-3-7412-7104-5) wobei die Taschenbuchausgabe noch bis Herbst lieferbar sein wird.

Und dann hat Meister Ho Li (Klaus Holitzka) einen wundervollen Entwurf für das neue Cover vom „Weg der weißen Kugel“ abgeliefert. Die Jubiläumsaugabe, die 2015 bei KOSMOS erschien, war Weihnachten 2016 schon wieder vergriffen und weil der KOSMOS-Verlag den gesamten Golfbuchbereich abstoßen wird, wird es ebenda von meinen Büchern keine Neuauflagen mehr geben.
Da ich die Rechte vom „Weg“ zurückerhalten habe und man mir riet, diesen „anderen Golf-Ratgeber“ lieferbar zu halten, werde ich den WEG wohl noch mal neu auflegen. Wobei ich mich frage, ob überhaupt noch jemand Bücher liest, zumal sich da drin keine Bilder bewegen, wie mir jemand kürzlich zu bedenken gab. (!)

Natürlich habe ich in diesen Tagen im Waldhaus auch die Lesung im Hofgut Georgenthal vorbereitet, die ich am Karfreitag zum offensichtlichen Gefallen meiner Zuhörer zum Besten gab. Erstmals hatte ich vor der Geschichte von 'Brigitte Langer' auch zwei Golftime-Kolumnen eingebettet, in denen sich Präsident Fahrenbach in Frau Langer verliebt, die er für eine Inkarnation der von P.G. Wodehouse beschriebenen Dame 'Agnes Flag' hielt.

Im Herbst 2016 hatte ich meine Mitarbeit als Kolumnist bei der GolfTime aufgekündigt und da kein GolfTime-Leser meine Kolumne zu vermissen scheint, war die Entscheidung offensichtlich richtig. Aber die Resonanz auf die Kolumnen war bei der Lesung recht erfreulich und ich denke ernsthaft darüber nach, diese „Geschichten aus Bauernburg“ zu einem satirischen Roman zu verweben. Wobei es natürlich besser wäre, daraus eine Golfclub-Soap zu machen, da die Golfer-Gemeinde offensichtlich Formate bevorzugt, bei denen sich die Bilder bewegen

Meinen Frühjahrsklassiker „Zwei Driver“ habe ich auch vorgetragen. Zu Hause entdeckte ich eine Pressemeldung der Fa. Cobra /Puma, die beweist, dass meine Visionen neuer Schlägertechnologien (von 2007) endlich von den Produktentwicklern realisiert werden – während meinCartoon: Peter Rugee Visionen von einem freien, gleichen, brüderlich-schwesterlichen Golfsport nach wie vor unverstanden bleiben.

Auf dem Heimweg fuhr ich mit Tatjana und Julia nochmal bei meinem Lieblingstürken in Butzbach zum Lammspieß-Essen. Vielleicht das letzte Mal, sagte ich. Ich bin etwas ratlos, aber wenn die türkische Gemeinde einen Despoten, Waffenhändler und IS-Unterstützer wählt, der die Todesstrafe befürwortet und sein Land 150 Jahre zurückwirft, dann wird mir selbst der leckerste Lammbraten ungenießbar.

Ostersonntag kam Frau Oelmann mit gebleckten Zähnen und gezogenem Säbel, um mit mir im Golfpark Winnerod den Oster-Vierer zu spielen. Und was war dann heute Morgen?
Ich wäre bereit gewesen, das übliche kalte Dreckswetter durchzustehen und gestern gingen wir noch ein paar Bahnen, damit sich die Flachländerin Frau Oelmann auf Schräglagen einstellen kann, als uns ein Eisregen überraschte.

Aber heute morgen hatte ich EIS UND SCHNEE AUF DEM FENSTERBRETT! Da bleibt man doch im Bett!
Die gute Nachricht kam kurz darauf per SMS: Das Turnier wurde abgesagt. Lobet den Herrn!
Jedes Jahr verwechsle ich Ostern mit Pfingsten und melde uns für den Ostervierer an, obwohl ich Pfingsten gemeint habe. Anderen Leuten geht es wohl ähnlich, wenn sie die Begriffe Demokratie und Diktatur verwechseln…

Zum Abschluss sei gesagt: Wenn mir etwas einfällt, werde ich an dieser Stelle gerne weiter schreiben, aber nicht mehr jeden Sonntag, wie das früher war. Die wenigen Stunden, die meine Augen noch Bildschirm-tauglich sind, brauche ich (leider noch) zum Broterwerb.
Im Archiv „Golftagebuch“ und meinen Büchern habe ich meine "andere " Haltung zum Golfspiel ausführlich dargestellt und hoffe, dass meine Ansichten bei dem Einen oder Anderen Resonanz erzeugen werden. Wobei ich meine Einsichten und  Ansichten auch nicht überbewerten möchte, denn wie heißt es im letzten Kapitel vom „Weg der weißen Kugel“:

"Golf ist nur ein Geschicklichkeitsspiel mit Schläger und Ball,
hin und her, ähnlich wie Tischtennis und kein Grund, die Welt zu vergiften.“

Ihr /Euer

Eugen Pletsch

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