Die sonderbaren Erlebnisse, wundersamen Ereignisse und der ganze langweilige Alltag des Eugen Pletsch...

Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Die Challenge Tour hat leider keine Lobby und wenig Medieninteresse, weshalb es Spieler ohne Sponsoren besonders schwer haben...

In Bezug auf die Passage über Jugendförderung aus der Sicht des Schweden Johan Lindeberg (In meinem Bericht vom Media Golf Cup auf Mallorca) fragte ein Leser, was denn mit dem Golf Team Germany wäre. OK, das mag ein guter Ansatz sein, aber wie ich hörte, wird dieses Team unter Pros durchaus kontrovers diskutiert. So schrieb mir zum Beispiel ein früherer Hoffnungsträger unserer Golf-Elite im letzten Herbst: (…) Fakt ist, dass es nur Profis auf die European Tour geschafft haben, die nicht vom Golf Team Germany betreut wurden! Was vielleicht auch mal zum Nachdenken anregen soll (…).“

Faldo und Els haben bereits vor Jahren mit Förderprogrammen dafür gesorgt, dass talentierte Jugendliche eine Chance bekommen, ihren Traum vom Profi-Golf zu verwirklichen. Manche guten Spieler sind dabei herausgekommen. In dem Zusammenhang hatte ich vor Jahren einen Jan-Brügelmann-Gedächtnisfond zur Unterstützung von talentierten Spielern auf der Tour vorgeschlagen. Auf einer Pressekonferenz stellte ich Bernhard Langer die Frage nach einer Nachwuchsförderung unter seiner Regie, doch weder Bernhard noch Erwin Langer schienen darüber besonders amüsiert zu sein. Aber Bernhard Langer bewahrte Contenance und erzählte, dass er seinen Neffen einst auf der Pro Golf Tour unterstützt habe.
Ein Bernhard Langer, der nach seiner Karriere (falls die je endet) als Sponsor für junge Talente agieren würde, wäre bestimmt eine großartige Sache. Aber Bernhard hat nicht vergessen, dass ihn der „Deutsche Golfsport“ zu seiner Zeit, als er auf die Tour wollte, derart hängen ließ, dass der damalige Präsident des DGV Jan Brügelmann persönlich in die Tasche greifen musste, damit unser bester Golfer alle Zeiten seine Chance bekam auf der Tour zu spielen.

Damals gab es nur einen Bernhard, mittlerweile scharren etliche junge deutsche Spieler mit den Spikes und träumen von Sponsoren. Wer die natürliche Auslese bevorzugt, nach der die Härtesten gewinnen, vergisst, dass es nicht die Grinder sind, sondern die Privilegierten, die einen Startplatz bekommen. Dass Spieler aus wohlhabenden Familien einen eindeutigen Vorteil haben, liegt auf der Hand. Für alle anderen gilt Lee Trevinos Spruch: Spiel mal um 100 Dollar, wenn Du nur 10 Dollar in der Tasche hast.

Eine besonders große Finanzierungslücke entsteht für jene Talente, die es von der Pro Golf Tour auf die Challenge Tour schaffen. Die haben ein Riesenproblem. Wie ich bereits vor zwei Jahren ausgeführt habe, kann ein Spieler nicht mehr im Auto oder im Zelt schlafen, wie das zu Seves, Bernhards und Woosies Zeiten üblich war. Die Challenge Tour ist eine globale Tour geworden und wer nicht fliegt, der fliegt – weil ihm die nötigen Punkte fehlen.

Dazu kommt, dass die Challenge Tour in den Medien kaum präsent ist, was für junge Spieler auf der Suche nach Sponsoren wenig hilfreich ist.

Für Sponsoren mangels PR noch nicht interessant genug, sind diese Spieler auf sich allein gestellt und wer aus ‚einfachen Verhältnissen‘ stammt und sich dennoch bis zur Tour durchgeboxt habt, dem wird spätestens jetzt der Hahn zugedreht. Weder PGA noch DGV fühlen sich für Challenge Tour-Spieler zuständig. Von den Golfmedien kaum wahrgenommen bleibt ihnen nur die Strategie ‚hit and hope‘.

Selbst der European Tour (ET) scheint die mediale Unterstützung der Challenge Tour wurscht zu sein, zumindest, was Cybergolf.de angeht. Ich habe Jürgen Diethe extra um Übersetzung eines Briefes an die ET gebeten, in dem ich Veröffentlichungen anbot, wie ich sie seit Jahren (ehrenamtlich) für die Pro Golf Tour poste. Glaubt Ihr denn, die ET-Schnarchnase, die mir als zuständiger Ansprechpartner genannt wurde, hätte auch nur mit „Nein danke“ geantwortet?

Ich bin nicht so vermessen zu glauben, dass meine „Notizen“ häufiger von Golfprofis frequentiert werden, aber sollte sich jemand hierher verirren und dazu eine Meinung haben, freue ich mich über eine Rückmeldung. Sollte ich daraus zitieren, geschieht das natürlich anonym, denn es wurde mir mehrfach verdeutlicht, dass ein falsches Wort viel Ärger für einen Tour-Spieler nach sich ziehen kann.

Ich freue mich über Rückmeldungen.

 

Ihr / Euer

Eugen Pletsch

 

Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button