Die sonderbaren Erlebnisse, wundersamen Ereignisse und der ganze langweilige Alltag des Eugen Pletsch...

Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Die Winterzeit, wenn Platz geschlossen ist, kann manchen Golfer in den Wahnsinn treiben. Aber nicht verzagen Freunde! Es gibt Optionen, um die Finger geschmeidig zu halten und die auch helfen, um die 'entspannte Konzentration' zu fördern, um die sich jeder Golfer (und natürlich jede Golferin) bemühen sollte.

Im "Weg der weißen Kugel" habe ich das Töpfern bereits vor 20 Jahren als sinnvolle Alternative zum Golfsport ins Gespräch gebracht. Ich zitiere:
„Sie werden in einem Töpferkurs alles finden, was Sie im Golfsport suchen: Sie werden nette Menschen kennenlernen, innere Ruhe finden und vielleicht ein Werk schaffen, auf das Sie am Ende Ihres Lebens mit Stolz zurückschauen können. Mit etwas Übung und Geschick werden Sie vielleicht Sieger in einem Hobbytöpferwettbewerb! Während sich Ihr Leben durch das Töpfern in einen großen, runden, mit Weisheit gefüllten Krug verwandelt, wird Ihr Leben durch das Golfen eher zu einem Scherbenhaufen werden! Versuchen Sie wenigstens einige Tonarbeiten. Die Hände sind das wichtigste Werkzeug eines Golfers. Nur Ihre liebevollen Hände vermitteln dem Ball das Gefühl, noch gebraucht zu werden, und dass Bälle Gefühle haben, werden Sie bald merken! Nichts ist für Ihr Fingerspiel förderlicher, als ein guter Tonklumpen.“

Den Golflehrer hatte ich kürzlich ein Überlebenskonzept für den Winter vorgeschlagen, indem ich empfahl, Teddybären zu basteln.

Eine weitere Alternative, um die Hände geschmeidig zu halten, ist das Häkeln. Dazu braucht man Wolle, die zu einem Garn gesponnen und dann verhäkelt wird. Ich hatte früher einen selbstgeschnitzten Spinnstock und eine dicke Häkelnadel, ebenfalls aus Eichenholz selbstgeschnitzt.

In meiner Zeit als jugendlicher Komplett-Aussteiger half ich einem Schäfer bei Scheren. Meine Aufgabe war, das Schaf an einem Hinterbein zum Schäfer zu ziehen, der es dann zwischen die Schenkel klemmte und schor. Der Schäfer Jüngling in Wippenbach war ein großer, dicker Mann, der einen Büffel zwischen seinen Schenkeln hätte festhalten können, aber ich war nur ein dürrer Hänfling mit Öko-Fimmel. Die Schafe lachten sich kaputt, als sie mich sahen. Schafe können widerspenstige Viecher sein, aber ich war damals schon der geborene Verkäufer und erzählte den Schafen, dass der Sommer kommt, es dann heiß wird und dasswir ihnen das Winterkleid stutzen wollen, damit sie nicht schwitzen. Denn wer will schon wie ein Schaf stinken?
Die meisten Schafe sagten „Bäääh“, aber es gab ein paar modische Trendsetter, die meinem Geschwätz auf den Leim gingen. Ein paar coole Schafe, die von Hipster-Bärten träumten, folgten mir brav, nachdem ich ihnen individuelle Designerfrisuren versprach. Nach und nach folgte mir die ganze Herde und Schäfer Jüngling und seine Kumpane, die alle die Statur von Panzerschränken hatten, keilten die Schafe zwischen ihre Schenkel und verpassten allen eine derartige Komplettenthaarung, wie man sie erst Jahrzehnte später wieder sah, als sich die braunen Schafe zu ihren Aufmärschen in Dresden zusammentreiben ließen.

Mein Tageslohn waren eine riesige Salami und zwei Säcke Wolle. Ich aß die Salami (was man mir heute noch ansieht) und dann begann ich, die Wolle zu kardätschen, um sie mit meinem steinzeitlichen Spinnstock zu drehen. Die dicken Rasta-Zöpfe, die so entstanden, verhäkelte ich mit der eichenen Häkelnadel. Ich machte mir monströse Hausschlappen, die vom Wollfett so glitschig waren, dass man darauf über die Dielen rutschen konnte. Später entdecken wir drei Lamas im Vogelsberg und ergatterten uns auch deren feinere Wolle, was unglaublich warme Pullover ergab.

Golfer, die das Häkeln und Stricken erlernen möchten, um sich selbst Schlägerhauben und Wollmützen zu fertigen, sollten im nächsten Altenheim nachfragen. Da sitzen Damen rum, die wissen, wie man es macht. Häkelnadeln kann man heutzutage kaufen, natürlich auch die Wolle, aber wer jetzt gerade angetrunken an der Club-Bar sitzt und jammert, weil der Platz geschlossen ist, der kann mit drei Kumpanen in den nächsten Schafstall einbrechen, um sich Wolle zu besorgen. (Jeder Club hat einen Schäfer in der Nähe).
Drei Männer können ein Schaf festhalten und der vierte kann mit dem Scheeren beginnen, wobei ich nicht empfehle, einen Rasierer der Fa. BRAUN zu verwenden. Das Wollfett würde den Rasierer sofort verstopfen. (Außerdem sind die Rasierer der Fa. BRAUN, die ich mein Leben lang benutze, in der Preisklasse die ich mir leisten kann, richtig SCHEISSE geworden, was ich schon immer mal schreiben wollte, wozu ich bisher jedoch nie einen Anlass fand.)

Aber immer lieb mit dem Schaf reden, damit es nicht traumatisiert wird. Wenn das Schaf strampelt, dann erzählt ihm was von einem coolen Trend-Haarschnitt, aber wenn der Schäfer kommt und auf Euch schießt, dann solltet ihr das Schaf lieber loslassen und rennen. In dem Fall müsst Ihre Eure Strickmützen und Schlägerhauben im Fachhandel bestellen und die Idee der kreativen Selbstversorgung zurückstellen.

Im Frühling können wir uns dann Gedanken machen, wie man seine Schlägerschäfte selbst schnitzt.

Bis dahin wünsche ich Euch kreative Stunden am rauchenden Kamin.

Ihr / Euer

Eugen Pletsch

 

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