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Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

„Wenn man die Ziegen vom ersten Abschlag sehen kann...!“ Und damit sind nicht Basti und ich gemeint, sondern dieser Satz führt auf eine Bauernregel zurück, die in Lahinch vor Jahrzehnten aufgestellt wurde.

Tommy Walsh, ein älterer Caddie aus der Frühzeit des Clubs wohnte neben der dritten Spielbahn und hielt Ziegen, die sich frei auf dem Gelände bewegten. Am Clubhaus befand sich zudem ein Barometer, um das Wetter der nächsten Stunden besser beurteilen zu können. Als dieses jedoch kaputt war, klebte man einen Zettel darüber mit „See goats“. Dieses deutete, dass das Wetter nass und schlecht werden würden, wenn man die Ziegen vom ersten Abschlag aus sehen könne. Wenn das Wetter gut werde, seien diese irgendwo auf dem Platz unterwegs.

 

Lahinch Golfclub, Irlan, Foto: Tim Frodermann

1956 implementierte man die Ziege in das Logo des Clubs und noch heute trifft man die Paarhufer auf dem Platz an. Dieses Glück hatten wir am neunten Grün. Als Basti sein Up and Down von links neben dem Grün spielen wollte, stand eine weiße Ziege da. Etwas scheu, aber gemütlich stolzierte sie über das Grün und störte sich nicht daran, dass wir gerade putteten.

Der Club feiert dieses Jahr sein 125-jähriges Jubiläum, wurde dem entsprechend 1892 gegründet und zählt zu den Top 3 Adressen Irlands. Zwei Jahre nach der Gründung designte Old Tom Morris die Original-Links, ehe 1926 einer der renommiertesten Golfplatzarchitekten dieser Zeit, Dr. Alister MacKenzie, den Platz umgestaltete. Vor einem Kommitee äußerte er damals: “Lahinch will make the finest and most popular golf course that I, or I believe anyone else, ever constructed.” Neben dem Old Course gehört auch der Castle Course, welcher 1963 von John D. Harris designt wurde, dem Lahinch Golf Club an.

Und dieser Herr weiß, wovon er spricht. So war er auch an der Planung des Augusta National Golf Club, des Cypress Point und Royal Melbourne beteiligt. Nun gut, diese Plätz habe und werde ich wahrscheinlich nie spielen können, aber Lahinch braucht sich vor keinem Golfplatz verstecken. Basti und ich waren uns einig, dass Lahinch die Nummer Eins dieser Woche war. Leider ist dem entsprechend der Andrang auf die Tee Times sehr groß und man trifft viele Amerikaner. Laut eines Caddies seinen 80% der Greenfee-Spieler von Übersee. Auch wir hatten zwei in unserem Flight, die von Etikette wohl noch nicht viel gehört hatten.

Lahinch Golfclub, Irland, Foto: Tim Frodermann

Doch Basti und ich ließen uns davon nicht beeindrucken und genossen unsere letzte Runde Golf in Irland für dieses Jahr bei tollem Wetter. Der Old Course mit 6613 Yards von Weiß, bietet alles, was man sich von einem traditionellen Linkskurs wünscht. Anfangs muss man einige blinde Schlägen spielen, was im Verlauf weniger wird. Die vierte Bahn ist ein 472 Yards Par 5. Je nachdem wie lang der Abschlag war, konnte man versuchen das Grün mit dem zweiten oder dritten Schlag angreifen. Allerdings war dieses aufgrund eines großen Hügels namens Klondyke Hill mitten in der Bahn nicht zu sehen. Deshalb stand auf diesem den ganzen Tag ein Herr, welcher mit einer roten Flagge anzeigte, ob man schlagen kann oder nicht. Denn nicht nur der vorherige Flight könnte im Weg sein, sondern auch Spieler von der 18; deren Spielbahn gleich die Vierte und Fünfte kreuzt. Absolut stark! Basti konnte auf dem vierten Loch sogar das Birdie notieren und holte nach anfänglichen Schwierigkeiten in unserem heutigen Matchplatz ein Loch auf.

Lahinch Golfclub, Irland, Foto: Tim Frodermann

Auch die Fünf, einem 148 Yards Par 3, an dem man nur ahnen konnte, wo das Grün liegt, gewann er und es stand A/S. Dann folgte das schwierigste Loch der Frontnine. Der Abschlag ging zwischen zwei Dünen hoch auf ein Plateau, das man nicht einsehen konnte. Kommt man dann über die Kuppe, stockt einem der Atem. Zu schön ist der Anblick der Spielbahn runter auf das Grün mit dem Meer im Hintergund und den Dünen auf beiden Seiten. Nach neun Löchern kommt man nicht am Clubhaus vorbei, wie es sich für einen Linkskurs gehört, sondern spielt gleich die nächsten Neun im einem Rutsch. Während wir auf der 11, einem 156 Yards Par 3, überlegten, welches Eisen das Beste bei dem starken Gegenwind war, kam uns dieser an der 12 als Rückenwind gerade Recht. Durch einen guten Abschlag genügte noch ein Eisen 6 auf dem Par 5 Loch um in die Nähe des Grüns zu gelangen. Dank eines guten Up and Downs konnte ich auch mein erstes Birdie auf diesem tollen Golfplatz notieren, auf dem man übrigens keine Carts sieht. Stattdessen stehen Caddies ausreichend zur Verfügung, deren Dienste gerne in Anspruch genommen werden. Neben hilfreichen Tipps sorgen sie für ein flüssiges Spiel trotz Viererflights im 10 Minuten Takt.

Lahinch Golfclub, Irland, Foto: Tim Frodermann

Unser Matchplay konnte ich auf der 17. Bahn für mich entscheiden. Auf dem, parallel zu Straßen verlaufenden, Par 4 zog Basti seinen zweiten Schlag mit einem langen Eisen so dermaßen nach links, dass dieser über die Straße flog und jetzt in irgendeinem Vorgarten liegt. Wir waren froh, dass keine Scheiben zu Bruch gegangen sind. Unsere letzte Bahn des diesjährigen Urlaubs war ein Par 5, das ich zu meiner Freude noch in Par spielen konnte. Der Gang bis zum Grün erinnert an das Home of Golf. Lahinch wird in einigen Zeitungen als St. Andrews von Irland bescLahinch Golfclub, Irland, Foto: Tim Frodermannhrieben.Doch dieser Platz verdient es nicht, ein Doppelgänger zu sein, sondern ist auf seine Art und Weise eine Klasse für sich und unser persönliches Highlight. Auf diesem Platz wurden schon viele große Turniere ausgetragen und Spieler wie Phil Mickelson, Padraig Harrington, Greg Norman, Davis Love III, Stewart Cink, Ken Venturi, Jim Furyk, Bubba Watson, Darren Clarke oder Graeme McDowell spielten hier schon.

Nach der Runde tranken wir noch ein Bier zum Abschluss in dem Clubrestaurant, das auch sehr gutes Essen zubereitet. Es war schon dunkel als wir dieses verließen, doch wir ließen es uns nicht nehmen noch eine Runde mit unseren Hickory Puttern zu spielen. Dafür mussten wir zwar das Auto umparken um mit dem Scheinwerferlicht das Puttinggrün zu beleuchten, aber es war wieder ein riesen Spaß und wir freuen uns bereits auf nächstes Jahr.

Tim Frodermann

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Lahinch Golf Club
Co. Clare - Ireland
Tel: +353 65 708 1003
Fax: +353 65 708 1592
E-mail: info@lahinchgolf.com

 PS: Alle Frodermann-Berichte aus Irland findet Ihr hier: http://www.cybergolf.de/golfplaza/reiseberichte

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