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Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Nach der längeren Autofahrt am Vortag waren wir ganz froh heute eine etwas spätere Startzeit bekommen zu haben. Unser Ziel war der Ballybunion Golf Club, der ca. 30 Autominuten von Tralee entfernt liegt.

Der Club wurde 1893 gegründet und hat zwei 18 Loch Kurse. Da der Old Course leider bereits zwei Monate vorher ausgebucht war, spielten wir den Cashen Course. Dieser wurde 1981 von Robert Trent Jones Senior designt. Als wir auf den Parkplatz fuhren, war dann auch ganz schnell klar, warum es auf dem älteren Platz keine freien Startzeiten mehr gab. Sechs Busse und jede Menge Autos machten unsere Hoffnung zur Nichte vielleicht doch noch auf den Old Course zu wechseln. Dieser wurde 1981 von Tom Watson gespielt, welcher oft wieder vorbei kam um auf den Platz zu seine Runde zu drehen. Seiner Meinung nach müsse jeder Golfarchitekt ein paar mal diesen Platz spielen und dann erst an das Handwerk gehen. Auch Bill Clinton ließ es sich nicht nehmen hier die Golfschläger zu schwingen.

Ballybunion Golf Club - The Cashen Course, Irland, Foto: Tim Frodermann

Vor dem Clubhaus bzw. -gebäude, was eine stattliche Größe aufweist, befand sich die Driving Range und das Pitching Grün. Nach den letzten zwei Kaltstarts war es doch ganz hilfreich mal einen Korb Bälle zu spielen und sich neu zu justieren. Bei der nächsten Betrachtung des Geländes fragten wir uns, ob der Old Course wirklich so viel besser sein kann als The Cashen. Der Old Course verläuft rechts vom Clubhaus und The Cashen links von diesem mit zwei 9 Loch Schleifen. Sowohl landschaftlich als auch qualitativ konnten wir nicht beurteilen, ob ein sehr deutlicher Unterschied auszumachen ist. Das Greenfee des Old Courses ist jedenfalls mehr als doppelt so teuer wie das des jüngeren Platzes. Bei der Anmeldung an der Rezeption bekommt jeder Spieler eine Scorekartenmappe und ein Birdiebook geschenkt, in dem steht, dass The Cashen weniger vergeben und schwieriger sein soll als der Old Course. Dennoch würde ich sehr gerne auch noch mal den Platz von 1893 spielen. Vielleicht schaffe ich es irgendwann und kann dann Näheres berichten.

Ballybunion Golf Club - The Cashen Course, Irland, Foto: Tim Frodermann

The Cashen Course ist ein Par 72 mit einer Gesamtlänge von 5917 Yards von den weißen Abschlägen. Es gibt noch in Möglichkeit von blau (6290 Yards) und grün (5615 Yards) zu spielen. Auffällig war, dass es einige Löcher gibt, bei den man einen sehr guten und langen Drive spielen muss um überhaupt das Fairway zu erreichen. Wer hier Carry unter 180 m abschlägt, kann einen weiteren Schlag einrechnen um von der Länge auf das Fairway zu gelangen. An anderen Par 4 oder Par 5 Löchern reichen wiederum Eisenabschläge. Wie überall ist gute Platzkenntnis von Vorteil, bei Linksgolf sogar von sehr großem.

Das Wetter war auch heute super. Es blieb trocken und dazu wehte nur eine leichter Wind, der auf den Back Nine, die näher an der Küste verliefen, dann doch spürbarer wurde. Aufgrund des regen Betriebs und aus Rücksicht auf unsere beiden anderen Flightpartner entschieden Basti und ich uns heute nicht Zählspiel sondern Matchplay zu spielen. Das war eine wirklich gute Entscheidung, da der Stresspegel nicht ganz so hoch geht, falls man nach mit dem zweiten Abschlag die Spielbahn nicht getroffen hat.

Nachdem Basti das zweite Loch, einem 387 Yards Par 4 ein Par spielen konnte, ging dieser 1 Auf. Jedoch konnte ich durch ein Birdie auf der 5 und einem Par auf der 6 den Spiel schnell umdrehen. Und wir fanden immer mehr Gefallen am diesem Spielmodus, den wir noch nie in Irland gespielt hatten. Ein weiteres Par auf dem schwierigsten Loch der Front Nine, einem sehr langen Par 5 mit 590 Yards, bescherte mir einen weiteren Punkt. Nach 9 Loch führte ich mit 6 Auf, doch Basti schenkte nicht ab.

Ballybunion Golf Club - The Cashen Course, Irland, Foto: Tim Frodermann

Unsere Flightpartner, ein Amerikaner und sein aus Südafrika stammender Schwiegersohn, schüttelten sich nach den ersten Neun auch kurz durch. Sehr hoch waren deren Ballverluste, was den Schwiegervater nicht davon abhielt alle guten Schläge und schön anzusehende Spielbahnen mit „sooooo beautiful“ oder „what a great shot“ zu kommentieren. Aber insgesamt waren es sehr angenehme Mitspieler und wir hatten einen tollen Tag. Oliver zündete wo es nur ging den Driver. Jeder zweite Abschlag davon landete grußlos im Rough und war weg. Das störte ihn jedoch relativ wenig. Seine Spielweise behielt er bei und gab weiter Vollgas. Wie er übrigens über die Kommentare seines Schwiegervaters denkt, weiß ich nicht.

Ballybunion Golf Club - The Cashen Course, Irland, Foto: Tim Frodermann

Laut dem Pro wäre die Back Nine noch schöner als die ersten neun Löcher und das kann ich nur bestätigen. Viele tolle Abschläge mit super Aussichten, sehr schön verlaufende Spielbahnen und davon 3 herrliche Par 3s. Diese tollen Anblicke der Natur, meine komfortable Führung und Bastis Siegeswillen brachten ihn nach 15 Löcher wieder auf 3 Down heran. Doch an der 16 Bahn, einem 146 Yards Par 3, was parallel zum Strand verlief, war es dann soweit. Basti legte noch gut vor und traf das Grün sehr solide, um noch einmal Druck auf mich auszuüben. Doch auch ich konnte meinen Eisenschlag auf dem Grün platzieren. Das Par war mir nach dem ersten Putt nicht mehr zu nehmen und Basti zog durch einen Dreiputt letzten Endes mit 4&2 den Kürzeren auf einem nicht leichten und schön angelegtem Linkkurs.

Tim Frodermann

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Ballybunion Golf Club
Sandhill Road, Ballybunion,
Co. Kerry, Ireland.
T +353 (0) 68 27146

PS: Alle Frodermann-Berichte aus Irland findet Ihr hier: http://www.cybergolf.de/golfplaza/reiseberichte

Ballybunion Golf Club - The Cashen Course, Irland, Foto: Tim Frodermann

 

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