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Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Auch 2017 ist Cybergolf Travel Editor Tim Frodermann nach Irland gereist, um 'echtes Links-Golf' zu erleben. Hier sein erster Bericht...

Endlich sind wir zurück in Irland, um Golf zu spielen! Nachdem wir im letzten Jahr in der Region Dublin unterwegs waren, haben Basti und ich uns dieses Jahr Ziele in unterschiedlichen Regionen Irlands ausgesucht.

Am ersten Golftag spielten wir den European Club 60 km südlich von Dublin. Es wäre wohl etwas vermessen zu glauben, gleich am ersten Tag nach einem Jahr „Linksgolfpause“ den Platzrekord mit 67 Schlägen von Tiger Woods zu brechen. Aber wir gaben unser bestes und eins vorweg, wir spielten schon sehr diszipliniert und ließen die große Keule oft stecken.

The European Club Irland. Foto: Tim Frodermann

Der Club wurde 1987 gegründet und von Pat Ruddy designt. Dieser flog die Küste mit einem Hubschrauber ab um nach einem passenden Ort für seinen Golfplatz zu suchen und er hat diesen in der Nähe von Wicklow gefunden. Mr. Ruddy hat zuvor schon einige Plätze  in der Gegend um Donegal entworfen und The European Club sollte sein Meisterstück werden. Er ist zugleich der Besitzer und wohnt über dem Clubrestaurant. Als Gehstock benutzt er übrigens einen Golfschläger, dessen Schlagfläche der Griff ist.

Der Platz ist ein moderner Linkskurs, sehr gut gepflegt mit schnellen, harten Grüns. Was diesen Platz von anderen unterscheidet, sind die zwei zusätzlichen Par 3 Löcher 7a und 12a, so kamen wir gleich in den Genuss 20 Löcher zu spielen. Mr. Ruddy legt großen Wert darauf seinen Platz regelmäßig durch Umbaumaßnahmen zu verbessern, so wird am 6. Loch gerade das Grün vergrößert. Mr. Ruddy meinte einst, er kann immer zwei Löcher umbauen und hat trotzdem noch 18 Löcher zum Spielen. Der Kurs spielt sich in zwei Schleifen à 9 bzw. 10 Löchern, die jeweils am Clubhaus enden. In regelmäßigen Abständen sind Palmen auf dem Gelände platziert  und bei den Abschlägen kann man zwischen 4 verschiedenen Möglichkeiten wählen. Den Blauen mit 7355 Yards für 18 bzw. 7726 Yards für 20 Löcher überliessen wir Tiger und Co. und entschieden uns die 20 Löcher von weiß mit 7000 Yards (6720 Yards für 18 Löcher) zu spielen.

The European Club Irland. Foto: Tim Frodermann

Der Platz ist für alle Spielstärken gut geeignet. Für einen Linkskurs verzeiht er relativ viel, allerdings gibt es auch immer mal wieder Löcher an denen man gut aufpassen muss um seinen Ball im Spiel zu halten.  So hielt sich unser Ballverlust erfreulicherweise in Grenzen. Aber knackig ist der Platz alle mal, selbst Tiger wunderte sich manchmal, ob es sich hier und da um ein Par 4 oder 5 handelte.

Nachdem wir uns auf der Range eingeschwungen hatten (ein Token kostet 5 EUR) und noch ein paar Putts gespielt hatten, ging es an den ersten Abschlag. Leider habe ich den gleich in den erstbesten Busch gejagt, glücklicherweise aber den Ball spielbar gefunden und ein Doppelbogey notiert. Trotzdem war unsere Freunde über den lang ersehnten Urlaub nicht klein zu kriegen und wir zogen einsam unsere Bahnen.

Ein echtes Highlight und sogleich ein Signature-Hole ist die 7. Bahn. Sie wurde im Jahr 2000 zu den World´s 100 Greatest Golf Holes aufgenommen und nach Arnold Palmer benannt. Vom weissen Abschlag spielt sich die Bahn mit 449 Yards und man muss zwei lange, gerade Schlägen spielen um das Grün zu erreichen. Links und rechts der Bahn befindet sich brusthohes Schilf, in das man ohne Machete gar nicht erst rein kommt. Ich gehe aber davon aus, dass das noch niemand gemacht hat. Basti spielt jedenfalls zwei super Schläge und konnte das Par auf der Scorekarte notieren.

The European Club Irland. Foto: Tim Frodermann

Die nächsten Löcher führten uns durch die Dünen und es galt nur den Ball auf der Bahn zu halten, was uns auch gut gelang. Die 12. Bahn ist ein 438 Yards Par 4. Der Abschlag ist erhöht und man spielt schräg Richtung Meer. Tiger zählt diesen Abschlag zu den schönsten überhaupt und wir würden uns da anschließen. Wer allerdings zu weit rechts liegt, landet am Strand. Es sollen auch schon öfters Golfer am Strand gesichtet worden sein, die den Ball von dort zurück auf die Bahn spielten. Basti und ich konnten zu unserer Freude jeweils ein Par notieren.Ich musste allerdings einen Umweg über den rechten Grünbunker nehmen. Es sei dabei erwähnt, dass das Grün mit 127 Yards als längstes der Welt zählt. Da wir keine Spieler dicht hinter uns hatten, versuchten wir das Grün in seiner vollen Länge mit dem Putter zu überqueren. Es hat auch fast geklappt.

Es folgten super Löcher. Leider landete meine Annäherung an der 15 Bahn in einer Pflanzen und ich benötigte 3 Schläge um den Ball irgendwie auf das Grün zu wurschteln. Nach kurzem Ärger über den ersten hohen Score an diesem Tag auf der Scorekarte, hebte ein Seelöwe kurz darauf wieder meine Laune. Auf dem Weg zum 16. Abschlag war dieser  klippenabwärts sehr gut im Meer zu sehen.

Das 17. Loch war wieder ein sehr markantes und zugleich sehr schönes Loch mit einem bombastischen Abschlag in ein sich öffnendes Tal. Die letzte Spielbahn führte wieder zum Clubhaus. Vor dem Grün befindet sich ein kleiner Wasserlauf, den Mr. Ruddy sehr gut von seinem Balkon aus sehen kann und ich bin gespannt, was er sich noch alles einfallen lässt.

The European Club Irland. Foto: Tim Frodermann

Im Clubrestaurant nahmen wir eine Mahlzeit ein um danach noch einen kleinen Puttkontest auszuspielen. Leider war das Essen nicht so gut wie erhofft und die Qualität passt auch nicht zu dem Standard des restlichen Clubs.

Im Proshop unterhielt uns wie morgens schon ein sehr freundlicher und lustiger Angestellter, der uns für 25 EUR alte Hickory Putter verkaufte. Diese nahmen wir sofort mit und spielten das nächste Getränk noch auf dem Puttingrün aus. Nach meiner 3:0 Führung hatte ich gegen Basti doch noch das Nachsehen und verlor mit 3:5. Aber stolz auf diesen Putter bin ich trotzdem.

Nach dem kleinen Wettbewerb fuhren wir in unserem Leihwagen in den Nordwesten,  um am nächsten Tag in Enniscrone zu spielen. The European Club war jedenfalls eine gute Vorbereitung für die nächsten Herausforderungen. Auch wenn wir beide nicht unter 100 spielten, kann Linksgolf noch deutlich anspruchsvoller sein. Padraig Harrington legte hier jedenfalls den Grundstein für seinen Sieg bei The Open in Birkdale. Na das ist doch mal ein gutes Omen…

 Bis demnächst...

Tim Frodermann

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 Adresse: The European Club, Brittas Bay, Wicklow, Ireland

 

The European Club Irland. Foto: Tim Frodermann

 

 

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