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Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Mit der Golf-GONDELBAHN unterwegs im Land der Murmeltiere. Ein Bericht von unserem Cybergolf-Auslandskorrespondenten HD

Bereits zum dritten Mal zog es mich und meine Familie nun schon in das 4-Sterne-Familienhotel "Martinerhof" in dem idyllischen St. Martin im Tennengebirge, nur eine halbe Stunde von Salzburg entfernt. Das Hotel bietet Erholung, Entspannung und Unterhaltung tatsächlich für die gesamte Familie: dem Hotel ist ein Reiterhof und Kleintierzoo angeschlossen, ebenso ein chilliger Spa-Bereich mit Sauna und schönem Hallenbad und: eine sehr gute und professionelle Kinderbetreuung. Das Essen ist exzellent, Wanderungen und Events wie Bogenschießen-Wttbewerbe werden durch den Hotelwirt Hans Rettenbacher persönlich angeboten und geführt. So fuhr er uns mit dem urigen "Martinerhof-Express" (Traktor und Anhänger) schon auf die schönsten Almen und zu den Murmeltieren der Umgebung.

In diesem Jahr kam für mich das Sahnehäubchen überhaupt dazu: Wirt Hans spielt seit einem Jahr Golf und es dauerte nicht lange, bis wir eine gemeinsame Runde in dem nur zehn Autominuten entfernten Golfclub Radstadt vereinbarten. Komplettiert wurde unser Flight durch dessen Nachbarn, den lieben Schorsch, einen ehemaligen Volksbanker und damit Zunft-Kollege meinerseits. Seine Anwesenheit beruhigte mich ungemein, musste ich doch so nicht Ähnliches befürchten wie im Rimini-Verruchhio Golfclub (siehe entsprechender Reisebericht in dieser Rubrik). So machten wir uns an einem herrlichen Montag Mittag gen Radstadt auf.

Der Ort Radstadt, idyllisch in den malerischen Radstädter Tauern gelegen, befindet sich in einem der größten Skigebiete Österreichs, der "Sportwelt Amadé"

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Der Golfclub sollte jedoch beweisen, dass die Radstädter hohe Sportqualität nicht nur auf weißen, sondern auch auf grünen Pisten anbieten.

Zwischen der gut erhaltenen Stadtfestungsmauer und den Hängen der Tauern-Alpen gelegen, beeindruckt auf den ersten Blick das großzügige, im traditionellen Stil der Umgebung gebaute Clubhaus. Vor dem Clubhaus befindet sich am 18. Grün ein Lounge-artiger Pavillon für das entspannte "Achterl" nach der Runde.

Der Platz beherbergt einen 18-Loch-Turnierplatz als auch einen 9-Loch-Public-Platz, eine hervorragende Übungsanlage, separate Bunker-, Chipping- und zwei Putting-Grüns sowie eine großzügige Drivingrange mit Rasen- und neuesten Kunstrasen-Abschlägen.

Die gesamte Anlage ist sehr gepflegt, was mich insbesondere angesichts der Tatsache beeindruckte, daß die ersten Skifahrer im Oktober und die Letzten im April bis ins Tal fahren, die Langläufer sicherlich dann mitten über die 1 und 9 den Skaterschritt üben und die Eistänzer ihre Pirouetten über die Teiche an der 5 und der 8 drehen. Am Teich an der 8 wird auf jeden Fall im Winter nicht nach Lachsen, sondern nach kryonisch konservierten Titleist Pro V 1 geangelt. Die Eislöcher bohrt man ganz einfach über die im Winter arbeitslose Loch-Fräse - war zumindest mein Eindruck, denn die Löcher waren so scharf gestochen, dass mir der Ball zweimal auslippte. Manchmal hätte man sogar das Gefühl, dass bei der Schnelligkeit der Grüns direkt unter der Grünoberfläche das glatte Dachstein-Gletschereis verläuft. 

Unser Hotelwirt Hans spielt zwar eben erst seit einem Jahr, drivt die Bälle aber schon jetzt so großartig weit und präzise, wie es nur bei einem erfahrenen Bergführer und Bogenschützen möglich sein kann. Durch das Bogenschießen hat er sicherlich wesentlich früher als viele andere "Rabbits" erkannt, dass Golf ein Zielspiel ist. Und an Schorsch bewunderte ich seinen großartigen Rhythmus beim kurzen Spiel, ein Musterbeispiel für die berühmte alpenländische Gelassenheit.

Besonders respektabel fand ich den sportlichen Anspruch meiner Flightpartner: statt es sich einfach zu machen und von "Blau" zu spielen, wiesen sie mich gleich mal daraufhin, dass die beiden - wie beschrieben noch gar nicht so lange unserem Spiel anheim gefallenen  - selbstverständlich von "Gelb" abschlagen würden - und mich selbst (na, bei HCP 18 ist das doch ebenso klar!) auf die weißen Championship-Abschläge verwiesen. Da kann sich so mancher ne Scheibe abschneiden...

Nach der, wenn man die Bahn links des Fairwaybunkers trifft, noch entspannten 1. Bahn, einem 268 Meter kurzem Par 4 ging es nach einem schon machbaren Par frisch gesandstrahlt (Montags sind Platzpflege-Arbeiten inklusive Sanden der Grüns, glücklicherweise fuhr der Greenkeeper zum Sanden eben erst direkt NACH uns) auf die 2. Hier wird es dann schon kniffliger, schlägt man doch durch eine schmale Schneise ab. Genau wie auf 14 und 18 wird hier durch die Spieler das zur Pflege der Baumbestände absolut notwendige "Schwenden" praktiziert: kleinere Bäume und Sträucher MÜSSEN entfernt werden, um den Nutzhölzern ihren notwendigen Raum zu geben. Nachdem ich mir einen Rüffel von meinen Mitspielern einhandelte, weil ich eben genau diese notwendige Arbeit beim Drive nicht verrichtete, sonden die Hybrid-Sense "nur" aus dem Semi-Rough ansetzte, war ich so irritiert, dass ich mit einem Dreiputt und Doppelbogey von dem 384 Meter langen Par 4 ging.

Sehr interessant ging es auf dem scharfen Dogleg rechts Par 4 der dritten Bahn (330 Meter) und einem schön ondulierten Grün weiter. Das 373 Meter kurze Par 5 des vierten Lochs ist über Tigerline links in zwei Schlägen erreichbar - wenn man es mit dem Drive über das quer angelegte Gebirgsbächlein und mit dem Zweiten über ein Wäldchen schafft. Eine Bahn, die mir am meisten Spaß machte, weil sie mehrere Spieloptionen anbietet.

Parklandcourse-like geht es dann auf den folgenden Löchern weiter. Die Bahnen verlaufen jeweils über die scheinbaren Reste der Alpengletscher, also Wasserhindernisse in Form von Bächen oder sehr hübsche Teichen und bieten Chancen bei guten, aber auch machbare Alternativen bei weniger guten Schlägen an, nur im Wasserhindernis drin liegen sollte man, wie immer, natürlich nicht.

Eine weitere Eigenheit des Alpen-Golf wurde mir beim Abschlag der neunten Bahn vorgestellt. Kurz bevor ich mich auf das Setup für den Abschlag vorbereitete, zischte ein Snap-Hook vom 7. Tee haarscharf an mir vorbei. Ich äußerte meine Verwunderung darüber, dass ich kein "Fore" hörte, meine ortskundigen Flightpartner jedoch rechtzeitig volle Deckung einnahmen.

Hans und Schorsch gaben mir die einleuchtende als auch sehr nachvollziehbare Erklärung: um die heimische Tierwelt nicht zu sehr durch das Golfspiel zu stören und sich artgerecht zu verhalten, gibt der warnende Golfer statt des "Fore" hier einen Piepslaut analog dem der Murmeltiere ab. Ein wiederum sehr tierfreundliches und nachhaltiges Verhalten, wie ich fand.

Da Hans noch einen geschäftlichen Termin im Hotel hatte, bendeten wir die Runde nach den ersten Neun und verlegten das 19. Loch auf die gemütliche Terrasse des Martinerhofs. 

Um also die restlichen Löcher zu spielen und das Highlight schlechthin zu erleben: eine Club- eigene Golf-GONDELBAHN den Berg hinauf zum 12. Abschlag des Par 3, kann Hans gewiss sein, dass ich im nächsten Jahr wieder zurück komme...oder vielleicht doch schon vorher als Abstecher, wenn ich im September zum European Tour Turnier in Bad Griesbach fahre?!? Bis dahin muss ich auf jeden Fall noch das Simulieren des Murmeltier-Piepsens üben...

Ihr /Euer

HD

Golfclub Radstadt: radstadtgolf.at
Hotel Martinerhof****: Martinerhof.at

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