vergrößernresetverkleinern
Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Was ist die Grundlage für ein erfolgreiches Clubfitting? Ehrlichkeit zu sich selbst und zum Fitter Ihres Vertrauens! Clubfitting-Experte Michael Welwarsky erklärt den komplizierten Prozess der optimalen Schlägeranpassung

In unseren Fittingterminen geht es in letzter Konsequenz darum, eine Optimierung des vorhandenen Materials zu erreichen. Allerdings können wir uns in diesem Zusammenhang nicht über die Realitäten hinwegsetzen und Dinge versprechen, die einfach aufgrund des Spielerpotentials nicht haltbar sind. Am eklatantesten klafft die Lücke zwischen Anspruch und Realität in den Driverfittings von Männern mittleren Alters auseinander. Wenn wir uns die letzten Jahre anschauen und jedes Mal fünf Euro bekommen hätten, wenn die angegebene Schlagweite von der realen Schlagweite um 20 Meter auseinander liegt, dann wäre zumindest ein sehr ausgedehnter Urlaub locker finanziert.

Wir versuchen im Rahmen eines Vorgesprächs zuerst herauszufinden, was der Spieler/die Spielerin erwartet. Im Idealfall sind die Wünsche/Erwartungen realistisch und können von mehr Spielkomfort, mehr Präzision auch bis zum Wunsch nach mehr Länge erfüllt werden. Manchmal ist die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit aber so groß, dass wir darüber keine Brücken bauen können. Nun kommt es stark darauf an, wie die Reaktion des Betroffenen ausfällt. Wir können nicht aus einem VW Käfer einen Ferrari zaubern. Das kann ihre Autowerkstatt auch nicht. Um ihnen bei der Vorbereitung auf ihren nächsten Fittingtermin zu helfen, werden wir versuchen, ihnen einige Anregungen zu geben, um diesen Termin erfolgreich zu gestalten.

  1. Driverfitting: Der übliche Fokus liegt ja vor allem für Männer auf dem Segment Länge. Allerdings sollte man Länge nicht um jeden Preis anstreben. Was bringt einem der längste Driver des Fittings, wenn man damit nur selten ein Fairway trifft und im Regelfall mehrere Strafschläge riskiert, die einem dann den Score versauen. Unser Fokus liegt hier erst mal darin, die Effizienz zu erhöhen – also die maximal mögliche Ballgeschwindigkeit zu erreichen unter Berücksichtigung der Eintreffsituation. Dann geht es darum, ein zuverlässiges Paket zu finden, dass ihnen keine Schwierigkeiten auf dem Platz bereitet.

  2. Fairwayhölzer: Auch wenn das manche Spieler nicht gern hören – Fairwayhölzer müssen den Ball zuverlässig nach vorn transportieren. Die rohe Schlaglänge spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Diese Kategorie ist am schwierigsten zu fitten. Das Fairwayholz muss einen hohen Ballflug ermöglichen, sicher zu spielen sein und Vertrauen vermitteln. Lange Transportschläge oder lange Schläge in ein Grün sind schon schwer genug. Wenn dann der Schläger der Wahl auch noch zickig ist, dann ist die Erfolgsquote überschaubar groß. Man erkennt dies auch sehr gut an den Taschen der Pros dieser Welt. Dort finden sie teilweise sehr alte Fairwayhölzer, die nicht ersetzt werden, weil sie einfach zuverlässig funktionieren.

  3. Hybrids/Rescues: Lückenfüller ist hier eine sehr treffende Zielrichtung für die Suche. Diese Kategorie soll die Distanzlücken zwischen dem Eisen mit dem niedrigsten Loft, das noch zuverlässig getroffen wird und den Fairwayhölzern oder gegebenenfalls sogar zum Driver schließen. Hier stehen die Bereich Distanzkontrolle und Präzision im Vordergrund. Es bringt nichts, ein super langes Hybrid in der Tasche zu haben, wenn dann die Lücke zum Eisensatz zu groß wird. Und diese Schläger sollen durchaus auch helfen, Grüns zu treffen und aus weiteren Entfernungen den Ball kontrolliert zum Halten zu bringen.

  4. Eisen: Zuverlässigkeit – Zuverlässigkeit – Zuverlässigkeit. Eisen müssen funktionieren. Das bedeutet, dass man sie zuverlässig platzieren kann, die Entfernungsunterschiede zwischen den jeweiligen Eisen konstant sein sollten und man keine Überlappungen zwischen Eisen im Satz hat. Es muss klar sein, dass jede Entfernung zum Grün/Ziel einem Eisen zugeordnet werden kann. Dies hilft deutlich, um das eigene Golfspiel zu verbessern.

  5. Wedges: Problemlöser – die speziellen Wedges mit ihren unterschiedlichen Sohlengestaltungen sollen variabel einsetzbar sein und gewisse Aufgaben leicht lösbar machen. Es kann durchaus sein, dass man einen Schläger nur für einen gewissen Bereich braucht – beispielsweise eine Wedge mit breiter Sohle, um sicher aus dem Bunker zu kommen (bspw. Titleist K-Grind oder Callaway W-Grind). Das ist absolut legitim und verbessert den Score.

  6. Putter: Richtungskontrolle und Längenkontrolle – Machen wir uns nichts vor: Die Aufgabe des Putters ist klar: Das Runde muss ins Runde. Die Designs und Gewichtungen sind inzwischen so vielfältig in diesem Bereich, dass man sich fast wie beim Zusammenstellen eines individuell gefertigten Super-Sportwagens vorkommt. In erster Linie muss der Putter zu den eigenen Puttvorlieben passen. Und er sollte das korrekte Ausrichten unterstützen. Da ist nicht immer der Putter mit der längsten Hilfslinie gefragt. Das hängt stark von der Herangehensweise an das Thema Ausrichtung ab. Doch hier wird ihnen im Fitting auch sicher geholfen, das passende Design und die für sie korrekte Gewichtung zu finden.

Und nun noch eine Bitte in eigener Sache:

Seien Sie ehrlich zu sich selbst und zum Fitter ihres Vertrauens!

Nehmen sie nicht den einmal gelungenen Wunderschlag als Ausgangsbasis, sondern den realen Durchschnitt. Es ist frustrierend für Spieler, wenn sie von 150 Metern mit dem Eisen 7 ausgehen und faktisch 130 Meter schlagen. Je klarer und offener sie sind, desto erfolgversprechender wird das Fitting laufen.

 

Michael Welwarsky

Kontakt:

Clubmate Golf GmbH
Darmstädter Str. 33
D-64319 Pfungstadt-Eschollbrücken
Telefon: 06157-80366-40
http://clubmategolf.com/

Links:
Wiki über Clubfitting

http://www.cybergolf.de/links/clubfitting

http://www.cybergolf.de/links/golfschlaeger

 

 

 

Bagger Vance