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Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Golfschläger-Experte Michael Welwarsky (Clubmate Golf) über Spitzenprodukte und Spitzenpreise.

In den letzten beiden Jahren sind einige Barrieren gefallen, was die Preisgestaltung von Produkten im Bereich der Golfschläger angeht – zumindest wenn man sich den Markt der Hersteller anschaut, die einen Großteil des Schlägermarktes repräsentieren. Es gab schon immer eine Art Parallel Universum im Schlägermarkt, in dem sich Firmen wie Honma, Maruman, Craz-E, Muira, Epon und andere asiatische Hochpreis-Firmen getummelt haben. Deren Verbreitungsgrad ist allerdings in unseren Märkten relativ gering, so dass deren Verkaufspreislagen zwar durchaus registriert und kommentiert werden, aber keine Diskussion nach sich ziehen aufgrund der Sonderstellung dieser Produkte in der Kundenwahrnehmung. 

Vor zwei Jahren kam dann ein Unternehmen auf den Markt, dass auch weit davon entfernt ist, Schläger für jeden Spieler anbieten zu wollen. Bob Parsons trat mit PXG an, um in seiner gewohnt poltrig und durchaus großspurigen Art einen Markt aufzurütteln. Wenn man sich die Produkte von PXG anschaut und testet, kann man den Entwicklern attestieren, dass es sich um ein absolut spannendes Sortiment handelt mit sehr vielen interessanten Detaillösungen und einigen Performance Parametern, die einen Spieler sehr wohl für dieses Thema begeistern können.

Doch was sind die eigentlichen Auswirkungen auf den Markt durch den Auftritt von PXG auf der Bühne der Golfschläger Produzenten?

Eine ganz klare und pragmatische Auswirkung ist der Umstand, dass Preislagen salonfähig gemacht wurden, die schon lange in der Schublade der großen OEM Hersteller verschwunden waren. Die ersten Callaway Big Bertha Driver waren auch nicht für ein Taschengeld zu haben, doch lange Jahre wurden diese Preislagen eher gemieden, um Konsumenten nicht zu verschrecken. Doch wenn ein Driver eines Herstellers für 800 Euro angeboten wird, erscheinen 550 Euro auf einmal gar nicht mehr so teuer – und diese 550 Euro entsprechen dem Preis der Great Big Bertha aus alter Väter Tagen. Das die neuen Produkte eine andere Qualität und Spielbarkeit aufweisen, als Schläger von vor rund 20 und mehr Jahren – darüber brauchen wir an dieser Stelle nicht zu diskutieren.

Doch neben der monetären Seite gibt es natürlich auch technische Aspekte, die wieder in den Vordergrund rücken. Es ist en vogue, sich mit dem technisch machbaren auseinander zu setzen. Welche Möglichkeiten bieten aktuelle Produktionsmethoden und Materialien? Was ist zu erreichen, wenn man den Entwicklern Card Blanche erteilt und ihnen keine oder nur sehr wenige Beschränkungen auferlegt? Einige sehr interessante Beispiele hat die jüngere Vergangenheit im Golfmarkt geliefert. PXG hat es vorgemacht – Titleist und Callaway kommen kurz danach mit Neuerungen an den Markt, die auf jeden Fall von der Produkt- und Design Seite sehr interessant sind.

Titleist lieferte mit der C16 Serie eine erste limitierte Produktfamilie, in der alles gemacht wurde, was das Unternehmen mit seinen Partnern und Entwicklern leisten kann. Neuartige Materialien, spezielle Legierungen, hochwertige Schäfte als Standardausstattung – und das alles in einem Titleist-typischen noblen Design, dass es auch optisch eine Augenweide war. Interessant war auch die Entscheidung, dass diese Produkte nicht über die Touren dieser Welt promotet wurden. Kein C16 Driver wurde an die Pros  gegeben, kein C16 Eisensatz fand sich in deren Taschen wieder. Die Serie wurde wie eine Reihe von Concept Cars behandelt und dient als Basis für die zukünftigen Neuentwicklungen. Einige Elemente fanden sich dann auch kurz danach in der 917er Serie wieder und wir gehen davon aus, dass die neuen Titleist Eisen, die im Herbst vorgestellt werden, ebenfalls Merkmale der C16 Serie tragen werden. Zusätzlich zu diesen Produkten kommt auch eine neue Wedgefamilie unter dem Regime von James Patrick auf den Markt. Hier wird mit interessanten Gewichtsverteilungen durch Wolframeinsätze, Sohlengeometrie und möglichst genauen Loftabstufungen gearbeitet, um den Golfern optimale Lösungen im Bereich des kurzen Spiels anbieten zu können. Die James Patrick Wedges können im Rahmen eines persönlichen Fittings mit dem Entwickler erworben werden, was sich natürlich auf den Kaufpreis der Wedges auswirkt.

Bei Callaway wurde – auch aufgrund des Erfolges der Big Bertha Epic Hölzer – diese Serie um Eisensätze und Hybrids erweitert. Die Konstruktion ist ähnlich aufwendig, wie bei den Drivern. Tragender Rahmen, eingesetzte Schlagfläche, individuelle Wolframgewichte zur optimalen Gewichtsverteilung innerhalb des Schlägerkopfes, hochwertige Standardschäfte. All das produziert sich nicht in der chinesischen Graugussbude nebenan und sorgt so natürlich auch für höhere Verkaufspreise, als ein schnell zusammen geschustertes Open Modell auch Guangzhou. Schon zu Beginn  seiner Arbeit für Callaway Golf hat der derzeitige Chef aller Reusen – Chip Brewer – den Entwicklern mehr Spielraum für bessere Produkte gegeben. Die Callaway Epic Serie ist hier sicher der bisherige Höhepunkt, was die Materialauswahl und Produktionsmethodik angeht bezogen auf die letzten Jahre.

Des Pudels Kern ist natürlich immer die Frage – was bringt es für den jeweiligen Spieler/die jeweilige Spielerin?

Ist teurer auch immer gleich besser? Wenn sich diese Frage so leicht beantworten ließe, dann wäre unser Leben als Fitter deutlich einfacher. Wir für uns können sagen, dass in den letzten Jahren sehr viel Positives im Materialbereich passiert ist. Vieles, was heute machbar ist, war in unseren Anfängen vor über 15 Jahren noch nicht denkbar. Auch die neuen Hochpreis-Produkte erschließen uns neue Möglichkeiten, für die wir sehr dankbar sind. Ob es für sie als Golfer eine Option darstellt, finden sie am besten selbst heraus. In unseren eigenen Taschen sind inzwischen sehr viele aktuelle Produkte gelandet, weil sie besser funktionieren, als die Schläger, die bisher darin waren. Und wir haben nun wahrlich den Luxus, alles immer und jederzeit auf den Prüfstand stellen zu können.

 

Michael Welwarsky

Kontakt:

Clubmate Golf GmbH
Darmstädter Str. 33
D-64319 Pfungstadt-Eschollbrücken
Telefon: 06157-80366-40
http://clubmategolf.com/

Links:
Wiki über Clubfitting

http://www.cybergolf.de/links/clubfitting

http://www.cybergolf.de/links/golfschlaeger

 

 

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