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Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Dietmar Erhardt kenne ich seit Jahren als eine der seriösen Adressen der Club-Fitter-Branche. Da er neben Honma Beres auch die Deutschland-Vertretung von VEGA Golf hat (die Marke, die ich spiele) kamen wir kürzlich in Kontakt. Auf seiner Website fand ich ein Interview mit Stella Herbeck, das ich Euch nicht vorenthalten möchte...

 

„Das Wichtigste ist ein Golfschläger, der passt“

„Stellen sich vor, es gäbe Anzüge nur in einer Größe“, beschreibt  Dietmar Erhardt das Angebot von Standard-Golfschlägern. Dabei  bildet die Maßanpassung an Körpermaß und Schwungstil die Voraussetzung, damit ein Spieler - insbesondere auch der Anfänger und weniger Geübte - den Schwung korrekt erlernen und mit jedem Schläger wiederholen kann. Über 80% aller Golfspieler benötigten eigentlich maßgefertigte Schläger. Dann würden viele Schwungfehler gar nicht erst entstehen. Dietmar Erhardt ist Spezialist für Custom Fitting – die individuelle Anpassung von Golfschlägern. Erst wird vermessen, dann bestellt. Generelles Custom Fitting lässt sich mit den meisten bekannten Schlägermarken durchführen. Der Rest geschieht in der Werkstatt.

Spitzenspieler schwören auf  Feintuning aus seiner Hand. Immer häufiger lassen aber auch normale Clubspieler sich und ihre Schläger vermessen. Stella Herbeck (hcp 5,7) unterhielt sich mit Dietmar Erhardt über Custom Fitting.

Frage: Wenn ich einen ‚Schläger von der Stange’ kaufe, worauf muss ich achten?

Erhardt: Auf die passende Schaftlänge und die zur Schwunggeschwindigkeit passende Flexibilität des Schaftes. Ein Beispiel: Spielt ein relativ großer Mensch mit einem Standardschaft, ist dieser meist viel zu kurz und häufig auch zu weich.

Frage: Wie wirkt sich das aus?

Erhardt: Ist ein Schläger zu kurz, muss sich der Spieler mehr beugen. In gebückter Haltung ist es von der Biomechanik her schwierig, die Schulter korrekt um die Wirbelsäule zu drehen. Im besten Fall büßt man Distanz ein. Längere Schläger bedeuten mehr Weite, da der Schwungradius größer ist. Man sollte aber nicht übertreiben. Denn ist der Schläger zu lang, geht Kontrolle verloren.

Frage: In der Werbung versprechen leichtere Schäfte häufig mehr Länge. Wie funktioniert das?

Erhardt: Die Schläger sind dann bei gleichem Schwunggewicht  insgesamt leichter und man erreicht mit gleichem Energieaufwand höhere Schlägerkopfgeschwindigkeiten. Leichtere Schläger bieten weniger durchtrainierten Spielern höheren Spielkomfort - übrigens auch Anfängern.

Frage: Sie haben gerade das Schwunggewicht erwähnt...


Erhardt: Ja, genau. Das Schwunggewicht bemisst das Verhältnis von Schlägerkopf zu Schaftlänge. Es ist wesentlich verantwortlich für Kontrolle und Beständigkeit und damit ein Kernpunkt in der Maßanpassung. Das Schwunggewicht innerhalb eines Schlägersatzes sollte weitgehend einheitlich sein, damit sich auch ein einheitliches Schwunggefühl entwickeln kann. Daran sollte man insbesondere dann denken, wenn man Einzelschläger nachträglich kauft.

Frage: Wenn ich nun aber schon Schläger habe,  lässt sich dann noch etwas machen?

Erhardt: Verschiedene Anpassungen können auch im Nachhinein vorgenommen werden. Besser ist es aber in jedem Fall, sich vermessen zu lassen, bevor man einen neuen  Schläger oder Schlägersatz bestellt. Vor allem ist das auch günstiger, denn  Bestellungen nach Maß sind bei vielen Markenfirmen ohne Aufpreis möglich. Nur muss man dann eine gewisse Lieferzeit in Kauf nehmen.

Frage: Es gibt eine Regel, die heißt, man soll den flexibelsten Schaft spielen, den man noch kontrollieren kann. Wie sehen Sie das?

Erhardt: Das ist im Prinzip richtig. Bei flexibleren Schäften entsteht mehr Peitscheneffekt, der den Schlägerkopf beschleunigt und den Ball weiter fliegen lässt. Ist der Schaft aber zu weich, entsteht zu viel „Kick“ und man verliert Richtungskontrolle. Ist ein Schaft hingegen zu steif, geht dies zu Lasten des Energietransfers und die Bälle werden kürzer. Der Schaft fühlt sich auch etwas „leblos“ an.  Auf unserem Swing-Analyser messen wir genau die Schlägerkopfgeschwindigkeit und können so den Schaftflex bestimmen, der zum persönlichen Schwungstil passt. Natürlich kann man fast jeden Schläger mit extra Schäften nachrüsten lassen.

Frage: Sie haben hier so viele verschiedene Griffe, wozu?

Erhardt: Schon ein neuer Griff kann das Schwunggefühl positiv verändern. Ziel ist ein gleichmäßiger Griffdruck über den ganzen Schwung. Dafür braucht man die passende Griffstärke. Ein zu dicker Griff blockiert das Entwinkeln der Hände im Treffmoment. Das Gleiche passiert, wenn Griffe alt, glatt, hart sind: man muss fester zupacken und blockiert eher. Genau umgekehrt beim dünnen Griff: Er begünstigt den  Release und – im übertriebenen Fall - eine Tendenz nach links. Grundsätzlich ist die Griffstärke abhängig von der Handgröße. Wir bieten rund 12 Griffstärken an, dazu insgesamt 50 verschiedene Griffe.

Frage: Abschließend die Gretchenfrage: Kann man durch Maßanpassung sein Handicap verbessern?

Erhardt: Selbstverständlich: Ziel des Custom Fitting ist, von der Materialseite her die Fehlerquellen auszuschließen. Denn erst dann kann man vernünftig am Schwung arbeiten. Unser Swing-Analyser liefert übrigens neben den reinen Fitting-Daten auch welche über den Schwung, zum Beispiel über den Schwungpfad und wie der Schlägerkopf  an den Ball kommt. Diese Daten geben Hinweise, was sich am Schwung idealerweise noch verbessern und mit dem Pro trainieren ließe.
Vielen Dank für das Gespräch.

Kontakt:
Classic Club Repair GmbH & Co. KG
Erlenstrasse 20
D-91074 Herzogenaurach
Tel.: 09132-74 74 0
Fax: 09132-74 74 29
E-Mail: service@ccr-golf.de
Internet: www.ccr-golf.de

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