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Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Die Ballrollgeschwindigkeit ist schon seit vielen Jahrzenten ein Gesprächsthema unter Golfern. Dies ist daher wirklich nichts Neues, nur die Forderung nach schnelleren Grüns scheint in diesen Tagen wieder zu zunehmen.

Aber lassen Sie uns zuerst darauf focussieren und feststellen, was ist ein schnelle und was eine langsame Ballrollgeschwindigkeit. Die PGA empfiehlt in etwa. 8 bis 9 Fuß oder 2.5 -2.7 m für das tägliche Spiel und ca. 10 bis max. 11 Fuß (3.00 to 3.30 m) für national and international Wettspiele.

Die Grüngeschwindigkeit wird mit einem Stimpmeters vermessen, weshalb ich kurz die Geschichte des Stimpmeters vorstellen möchte:

Erfinder Edward Stimpson erfand 1935 dieses Messgerät. Er war ein großer Liebhaber des Golfspiels und wollte eine Richtlinie der Fairness schaffen. Ein Stimpmeter ist das offiziell anerkannte und von der PGA zugelassene Messgerät zur Ermittlung der Ballgeschwindigkeit auf Golfgreens. Es handelt sich dabei um eine v-förmige Schiene aus Aluminium.
Ein Zapfen an der Oberseite der "Rampe" hält den eingelegten Golfball zurück, bis die Vorrichtung in einen Winkel von ca. 20 Grad langsam zur Grünoberfläche gebracht wird. Somit wird gesichert, dass der Ball stets mit der gleichen Geschwindigkeit die etwa 90 cm lange Schiene entlang und auf das Grün läuft. Nun wird die Distanz vom Ende der Schiene bis zu jenem Punkt, an dem der Ball zur Ruhe kommt, ermittelt.
Pro Grün werden mehrere Messungen von verschiedenen Punkten und aus verschiedenen Richtungen durchgeführt und anschließend ein Durchschnittswert ermittelt.

Geschwindigkeit              Club (in cm)                  PGA (in cm)
sehr schnell                     über 259                       über 320
schnell                             228-258                        289-319
mittel                               198-227                         259-288
langsam                          167-197                         228-258
sehr langsam                  137-166                         198-227

 

Die Ballrollgeschwindigkeit ist unter anderem abhängig von:

1. den Bodenverhältnissen:
Sandiger oder eher humoser Aufbau sowie Filzstärke; harte Grüns sind tendenziell schneller.

2. der Dränwirkung der Grüns:
Wie schnell wird das Regen- bzw. Beregnungswasser abgeleitet?

3. der Abtrocknung:
Wie schnell trocknet der Standort ab – abhängig von Abtauen, Schatten, Sonne und Wind?

4. der Witterung:
Regen, Nebel und hohe Luftfeuchtigkeit reduzieren die Ballrollgeschwindigkeit.

5. den Gräserarten und der Dichte des Gräserbestandes:
Zu dichte Bestände sind in der Regel auch zu feucht und trocknen langsamer ab. Poa-Annua dominante Grüns müssen vor allem in der Blütezeit in der Regel mit tieferen Schnitthöhen oder auch zweimal gemäht werden.

6. der Düngung:
Sie führt über den Tag zu langsameren Grüns, daher sollten Dünger mit jeweils geringen Stickstoffmengen [1 - 2 g N/m² je Gabe] verwendet werden.

7. den Pflegemaßnahmen:
Direkten Einfluss haben unter anderem Verticutieren, Groomen und Topdressen.

8. der Bewässerung:
Zu feuchte Grüns sind weich, trocknen langsamer ab und hinterlassen Trittspuren.

9. den Ondulationen:
Bei stark ondulierten Grüns sollten tendenziell geringere Ballrollgeschwindigkeit angestrebt werden, abhängig auch von der Pinposition.

10. der Schnitthöhe:
Diese richtet sich nach oben aufgelisteten Punkten 1 – 9.

11. den Unebenheiten:
Schlecht oder nicht ausgebesserte Pitchmarken, sowie herausgeschlagener Bunkersand.

12. der Spielstärke der Golfer

Die Geschwindigkeit kann durch Rollen(Bügeln), zweimaliges Mähen oder auch Handmähen gesteigert werden.

Vom Greenkeeper wird erwartet, dass er die Ballrollgeschwindigkeit an die Spielstärke der Golfer angepasst, Ondulationen berücksichtigt und die Fahnenpositionen darauf abstimmt.

Alles, was über den empfohlenen Werten für das tägliche Spiel der einzelnen Golfclubs und bei Turnieren liegt, ist meist Wettbewerb zwischen Golfclubs und Greenkeepern oder bedingt durch Egoprobleme eines einzelnen Greenkeepers. Vergleiche mit anderen Clubs sind auch deswegen wenig sinnvoll, da es unter anderem meist große Unterschiede im Grünaufbau, dem Licht- und Windeinfluss sowie der Pflegeintensität (Anzahl der Greenkeeper) geben kann.

Die negativen Folgen beim Überschreiten der PGA Richtlinien sind:
Zusätzlicher Stress der Gräser (Krankheiten), Mehraufwand an Personal, Wasser, Dünger und Chemie. Die Pflegeintensität muss erhöht werden, dadurch steigen die Kosten signifikant und vor allem unnötig.

Wichtig zu wissen ist auch folgendes: Zu schnelle Grüns reduzieren die Wettspielergebnisse(Scores). Mehr als 3 Putts je Grün sind in der Regel unfair, zudem geht die Freude am Golfspiel verloren.

© Norbert Lischka – Der Rasenfuchs
22559 Hamburg
Tel: 0177 333 03 56
lischka@der-rasenfuchs.de

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