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Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Das „differenzielle Lernen“ (DL) hilft durch ein Variieren der Bewegungsmerkmale die optimale individuelle Bewegungsausführung zu finden. Das Motto könnte also lauten: „Variieren um zu Optimieren“.

Differenzielles Lernen heißt nicht etwa, die Flugkurven im Fade oder Draw zu üben und zu beherrschen. Viele gute Golfer kennen das Phänomen, die Rechts- und Linkskurve auf eine 150 Meter entfernte Fahne auf der Range zu beherrschen, aber auf dem Platz macht der Ball einfach nicht das, was wir uns vorstellen. Ob die nötige Lockerheit in der Bewegung fehlt oder es an der Angespanntheit im Turnier liegt und damit eher ein mentales Problem ist, sei dahingestellt. Dass eine gute Runde im Golf gelingt oder nicht, ist von vielen physischen und mentalen Variablen abhängig. Dieses Buch widmet sich dabei nur einem Punkt, nämlich der Bewegung im vollen Golfschwung und soll nicht nur die Parameter zum Golfschwung einfach und deutlich in Wort und Bild benennen, sondern auch zeigen, welche Parameter einen großen Einfluss auf die Bewegungsausführung besitzen.

Durch das Variieren dieser Bewegungsparameter finden Sie Ihren eigenen optimalen Schwung. Dabei soll Ihnen das differenzielle Lernen helfen. In der Sportwissenschaft ist das differenzielle Lernen ein hochaktuelles Thema.

Florian Fritsch aktuell gerade wieder European Tour Mitglied, trainiert seit längerer Zeit nach dem Konzept des differenziellen Lernens. Er formuliert sein Verständnis dazu so:

·       Es gibt kein richtig oder falsch – nur ein effektiv oder nicht effektiv.

·       Nichts ist effektiver als Selbstbeigebrachtes.

·       Das differenzielle Lernen ermöglicht es einem, alle Bewegungsfacetten auszuprobieren und dann schlussendlich das effektivste Bewegungsmodell für einen selbst zusammenzusetzen.

Das differenzielle Lernen ist in vielen Sportarten bereits etabliert und feiert zum Beispiel in der Leichtathletik große Erfolge. Wir haben uns die Mühe gemacht, dieses Lernsystem auf die vielen Variablen des Golfs zu übertragen und konnten damit bereits große Erfolge in der Praxis erzielen.

Lernen Sie sich selbst zu regulieren und zu organisieren. Filtern Sie durch gezieltes Training und selbstorganisiertes Ausprobieren der verschiedenen Techniken Ihren eigenen individuellen Schwung. Machen Sie breite Erfahrungen und lernen Sie, welche Bewegungsausführungen mit welchem Bewegungsgefühl verbunden sind.

Das Buch hat nicht das Ziel, den Trainer beziehungsweise Trainerstunden zu ersetzen, vielmehr soll es zu einer neuen Methodik im Erlernen der Golftechnik führen.

Mit den von uns vorgeschlagenen Programmen und veränderbaren Schwungparametern stellen Sie und Ihr Trainer Ihr eigenes Trainingsprogramm zusammen. Ziel ist es, aus Chaos eine effektive Bewegung herzustellen, die unter allen Bedingungen funktioniert.

Beispiel aus dem Buch:

Differenzierung 8

Mittigkeit des Treffens (Sweet Spot)

Einer der wichtigsten Parameter für gerade und  lange Schläge überhaupt, ist das mittige Treffen. Nur so erreichen Sie die maximale Kraftübertragung und die Schläger werden sich in der Schwungbewegung leicht und mühelos anfühlen. Den meisten Amateuren gelingt ein regelmäßiger Treffmoment im Sweet Spot nicht, zudem haben sie selten eine Idee, wo der Ball auf der Schlagfläche getroffen wurde. Der guter Golfer weiß dies sehr genau, und auch einen Treffer nur wenige Millimeter neben dem optimalen Punkt kann er zuordnen.

Bei dieser Übung sollen Sie versuchen, den Ball bewusst näher zur Hacke oder zur Schlägerspitze zu treffen. Achten Sie dabei vor allem darauf, wie sich die Hände im Treffmoment anfühlen und ob sich der Schläger verdreht. Bitten Sie Ihren Pro um einige Impact Tapes; das sind Aufkleber, die auf die Schlagfläche geklebt werden und nach dem Schlag zeigen, wo der Ball getroffen wurde. Versuchen Sie den Ball bewusst mit der unteren Kante Ihres Eisens zu treffen (toppen), oder ihn nahe dem Hosel zu treffen und absichtlich einen Socket zu schlagen. Rickie Fowler erzählte kürzlich in einem Interview, dass er beim Training auf der Driving Range versucht absichtlich Sockets (Shanks) zu schlagen und dies dabei variiert: Vom leichten Socket (Flug fast wie beim Slice) bis hin zum starken Socket (Flug fast waagerecht nach rechts). Ähnlich kann man es mit dem Treffer an der Spitze probieren (Ballflug ebenfalls meist rechtslastig durch Aufdrehen der Schlagfläche).

Versuchen Sie den Ball mit der Sohle ihres Sandeisens zu treffen – schaffen Sie es, ihren Ball mit der Hand aufzufangen? Auch das Training mit Schlägern, die eine kleinere Schlagfläche besitzen (zum Beispiel „the little one“), erhöhen die Treffgenauigkeit.

Auer Power XXIO