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Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Neue Wege im Golfsport bedeuten auch: Umdenken beim Greenkeeping! Rasenfuchs Norbert Lischka beschreibt als Gastkommentator, was Spieler über die neue Situation bei der Platzpflege wissen sollten. (ep)

Bei allen vernünftigen Ansätzen, die momentan in Kreisen des Golfsportes zum Thema ‚Zukunft des Golfsports’ geführt werden, sind hier nicht einige vielleicht viel wichtigere Fragen vergessen worden? Können wir es uns wirklich leisten, entscheidende Positionierungen unter anderem zu den Themen Greenkeeping (neue Gesetzgebung),  Natur, signifikante Klimaveränderungen oder auch zum Thema Etikette außen vorzulassen? Hier einige Gedanken zu einigen dieser Themen.

Jeder Mensch versucht, unter möglichst idealen Arbeitsbedingungen seinem Beruf nachzugehen. So natürlich auch die Greenkeeper. Allerdings entsteht für sie ein gewaltiger Zeitdruck aufgrund des Anspruchs, dass vor dem Eintreffen der ersten Golfer alle Arbeiten erledigt sein sollten. Sie versuchen selbstverständlich, diesem Wunsch der Golfer nachzukommen.

Die Greenkeeper geraten dadurch jedoch in einen großen Gewissenskonflikt, denn oft arbeiten sie dabei unter sehr widrigen Witterungsverhältnissen, meist unter zu feuchten Bedingungen wie häufig bei Tau und Regen. Dabei hinterlassen sie auch noch Schäden oder liefern für alle Beteiligten zusätzlich unbefriedigende Ergebnisse ab. Schnittgutklumpen, Bodenverdichtungen, schlechte Mähqualität, und dies auch noch bei überhöhtem Dieselverbrauch – ist dies zielführend, effizient, nachhaltig?

Alle Arbeiten unter feuchten Bedingungen führen zu zusätzlichen maschinellen Maßnahmen und Kosten (mehrere 10.000 €), um die entstandenen Verdichtungen oder das Schnittgut wieder zu beseitigen. Darüber hinaus folgen daraus auch weitere Störungen des Spielbetriebes. Wollen wir dies wirklich, oder geben wir den Greenkeepern auch einmal die Chance, unter trockenen Bedingungen erstklassige Arbeit für uns abzuliefern?

Jeder möchte doch, dass sein Geld, hier beispielsweise der Jahresbeitrag, sinnvoll, effektiv und zielorientiert eingesetzt wird. Können wir uns also vorstellen, ab 10:00 Uhr oder auch nachmittags den Greenkeepern mehr Verständnis – und vielleicht auch einmal Mähfenster – zuzugestehen?

Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Golfplatzpflege ist der Wunsch der Golfer nach „grünen Rasenflächen“. Eine tiefgrüne, dichte Grasnarbe führt zu weichen Spielflächen und dadurch unter anderem oft zu Krankheiten. Vor allem die Grüns leiden dann unter diesen widrigen Bedingungen. Sie sind in der Regel dann uneben, garantieren keinen treuen Ball-Lauf, leiden sehr schnell unter massiven Bodenverdichtungen und schaffen für den Greenkeeper nur Probleme. Eine gesunde Pflanze, ob hellgrün oder gelb/braun, sucht sich mit ihren Wurzeln Nährstoffe und Wasser im Boden. Dagegen hat eine quietschgrüne Rasenpflanze dieses Bestreben nicht, da sie in der Regel mit zu viel Stickstoff und Wasser von oben bedacht wird, und daher kein Interesse hat, sich die Nährstoffe über die Wurzeln im Boden zu holen. Die Idee von tiefgrünen Rasenflächen führt für alle Beteiligten zur Verschlechterung der Spielqualität und erhöhten Kosten für das Greenkeeping. Letztendlich ist dies auch anteilig Ihr Jahresbeitrag. Zudem ist es auch wenig ökologisch und nachhaltig.

Ein ‚weiter so‘ wird es daher in Zukunft aus mehreren Gründen nicht mehr geben. Fast alle Symptome (vor allem Verdichtungen) wurden in den meisten Fällen bisher mit Chemikalien, zu viel Dünger und Wasser verdeckt. Die neue Gesetzeslage lässt aber für die Golfclubs kaum noch den Rückgriff auf diese Möglichkeiten zu.

Nur mechanische Bodenbelüftung sichert den Gräsern genug Sauerstoff, um Ihren Stellenwert für ein nachhaltiges Golfspiel auf gesunden Rasenflächen zu gewährleisten.

Es wäre wünschenswert, wenn bei allen Beteiligten in all diesem Bereich ein Umdenken stattfinden könnte.

Über das Verstehen kommen wir zu mehr Einsicht und anschließend zu mehr Vertrauen in die Arbeit der Greenkeeper. Verantwortung und Respekt gegenüber der Natur und Verständnis für die Arbeiten der Greenkeeper könnten für den Golfsport einen Meilenstein bedeuten.

 

 © Norbert Lischka – Der Rasenfuchs Ÿ22559 Hamburg Ÿ0177 333 03 56 Ÿlischka@der-rasenfuchs.de

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