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Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Auszug aus dem Kapitel Wehwehchen, das im Der Weg der weißen Kugel erschienen ist (ep)

"Untersuchungen gemäß ist Golfen zwar eine Risikosportart, hat aber besonders für Herz und Kreislauf sehr positive Einflüsse. Die meisten Verletzungen sind statistisch bei Anfängern und sehr guten Golfern zu finden, die zu schnell zu viel erreichen wollen. In der kalten Jahreszeit treiben harte, hackende, wuchtige Schläge Ihren Ball ins Aus und Sie an die Krücken.

Der bessere Amateur spielt statistisch einigermaßen gefahrenfrei, es sei denn, er wird von einer weißen Fremdkugel erlegt.(...) Mangel an Bewegung, Fehlernährung, Zucker, schlechte Betten und Umsatzvorgaben durch neue, nicht golfende Verkaufsleiter verursachen häufig Probleme mit dem Rücken. Sie bekommen Ärger mit den Bandscheiben. Diese knorpeligen Dinger zwischen den Wirbeln Ihres Rückgrates sollen eigentlich ein Leben lang halten. Durch die allgemeine kulturelle Degeneration der Gesellschaft verkümmert zuerst das Hirn und dann unsere Bandscheiben. An manchen Stellen rutschen sie zwischen den Wirbeln vor, verschieben und drücken auf den Ischiasnerv.

Selbst hart gesottene Golfer werden bei einem akuten Bandscheibenvorfall (Prolaps genannt) nach dem vierten Abschlag (Par 5, 489 m) vorsichtig die Runde beenden und dann schleunigst das nächste Krankenhaus aufsuchen. Aufwärmübungen haben den Zweck, Ihnen Verletzungen an der Bandscheibe zu ersparen.
Die Gallier hatten Angst, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt. Das ist nichts gegen einen saftigen Hexenschuss! Und ein Hexenschuss ist erst Stufe 1 auf der Schmerz-Skala bis 10! Das langsame Einschwingen hat also einen Sinn. Zerrungen in der Rückenmuskulatur, plötzlich auftretende Verspannungen können durch Aufwärmübungen vermieden werden. Wichtig ist, dass Sie nicht dehnen, sondern bestenfalls mobilisieren!



Die schnellen Dreh- und Wippbewegungen,
die Sie oft auf der Driving Range beobachten können,
sind Gift für Ihre Muskeln und den Rücken!

 

Aber Sie können sich damit auch daheim in die Hölle katapultieren. Stellen Sie sich vor: Jemand hat viele Jahre Golf gespielt und in seinem Club und den offenen Turnieren in den Nachbarclubs alles abgeräumt, was glänzt. Dann kommt der Tag, an dem er für eine alberne Gartenparty im Supermarkt ein paar Kisten Bier holen will. Und während er die zweite Kiste Licher Bier ins Auto hebt, schlägt es ihm direkt ins Herz der Natur.

Die Schmerzen eines Bandscheiben-Prolaps sind so unbeschreiblich, dass Ihnen die Luft wegbleibt. Sie haben jetzt noch wenige Sekunden, um irgendjemandem neben Ihnen, der gerade vernünftigerweise in Schonhaltung seine Bierkästen verlädt, mitzuteilen, dass er sofort den verdammten Notarztwagen holen soll. Danach werden auch starke Männer nur noch winseln können.

Bandscheibenkandidaten sollten sich um "isometrische Übungen" bemühen, die Ihnen ein Krankengymnast gegen Vorlage einer Überweisung gerne näher zeigen wird. Empfehlenswert auch die Übungen der "Fünf Tibeter" oder Chi Gong! Auf den Rücken abgestimmte Yogaübungen sind ebenfalls sehr wirkungsvoll. Wenn es zu spät ist, werden Sie auf Kosten einer Krankenkasse, die nichts mehr zahlt, mühselig erlernen, was ich Ihnen hier als Prophylaxe empfehle.

Das betrifft nicht nur die verweichlichten Körper einer erschlafften Nutella-Generation. Auch und gerade Sportler, Athleten wie Langer (mehrere Bandscheibenvorfälle) bemühen sich permanent, die Schmerzen unter Kontrolle zu bekommen und die Muskeln geschmeidig zu halten.

Wochen später: Sie haben sich wieder in das Leben eingeklinkt, wissen, dass es eine Hölle gibt, die oberhalb Ihres Steißes wohnt. Was werden Sie tun? Heulen? Nie wieder Golf? Die Vorgabe schießt nach oben. NA UND? Sie spielen Golf zur Befreiung Ihrer Seele, Sie spielen Golf, um sich SELBST zu erfahren und schlechtes Karma abzuarbeiten. Das Leben geht weiter und Sie fangen wieder mit dem Golfen an. Es könnte höchstens sein, dass Sie mit Ihren steifen Schäften Probleme haben werden. Sie suchen also einen neuen Schlägersatz: weichere A-, evtl. sogar L-Schäfte! Warum sollte man Rückenprobleme nicht mit mehr Flexibilität in den Schäften kompensieren? Sie müssen dadurch langsamer schwingen.

Gute Spieler, die vor Jahren einstellige Handicaps hatten und mit der Zeit den Niedergang der Bewegungsfähigkeit und den Anstieg der Vorgabe mit depressivem Sarkasmus zur Kenntnis nehmen mussten, entdecken eine neue Herausforderung. Die Schäfte mit weicherem Flex erfordern einen weicheren Schwung!

Jeder im Club weiß, wie beschissen es Ihnen ging. Es hat Sie keiner im Krankenhaus besucht. Keiner von den Mistkerlen hat Sie angerufen. Aber Sie haben Ihre erste Genesungskraft aufgeboten, um sich an die Club-Bar zu schleppen, um JEDEM zu erzählen, dass Sie vermutlich nie wieder Golf spielen können. Wenngleich das den Anderen nur recht ist und sie einen Vorteil für ihre Nettopreise wittern, werden Sie einen Haufen Klapse auf die Schulter bekommen: "Wird schon wieder, alter Junge!" Sie werden hoffnungslos seufzen und heimlich mit Gewichten trainieren.

Was wird passieren? Sie haben eine neue Aufgabe! Sie können wieder von vorne anfangen. Die neuen Schäfte werden Sie vor eine neue Herausforderung stellen. Wenn Sie Ihre alte Schlägerkopf-geschwindigkeit beibehalten, werden Sie hoffnungslos links im Rough liegen. Ein vollkommen neuer Rhythmus ist angesagt, und das wird Ihre depressive Gedankenwelt auf Trab bringen. Anstatt das Gefühl zu haben, schlecht zu spielen und immer mehr abzusacken, empfinden Sie, dass niemand (in Anbetracht der Hölle, die Sie hinter sich haben) besser, schneller mit den Gegebenheiten des Lebens zurechtkommt, sprich: Sie sind stolz auf sich und Ihre Fähigkeit, immerhin eine 90 zu spielen.

Diese positive Energie wird die depressive Verstimmung vertreiben, die Sie beherrscht hat. Endorphine, Opiate, die Ihr Körper produziert, werden freigesetzt. Eine Mischung aus Rausch und Lust erfüllt Sie. Neue Hoffnungen keimen auf. Sogar Ihre Aktien, wochenlang im Keller, erholen sich. Ihre Frau, zuerst zögernd, dann doch fasziniert von Ihrem neuen Lebensmut, ist nach all den Wochen des Gejammers stolz darauf, dass das dicke Bärchen wieder Freude am Leben entwickelt. Und sie wird - vielleicht - unter diesen besonderen Umständen den monatlichen Beischlaf aus Kulanzgründen vorverlegen. Dies wird Ihnen, falls Sie Ihre rekonvaleszente Bandscheibe dabei nicht erneut himmeln, nur gut tun. Frisch, entspannt, mit neuen Schäften langsam schwingend, werden Sie der Tiger sein, für den Sie sich immer hielten.
Das 4. Netto in der B-Klasse ist Ihnen sicher. (...)".

Auszug aus:

Der Weg der weißen Kugel

Auer Power XXIO

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