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Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Nach den Golfregeln sind Ihnen für Ihr Spiel 14 Schläger gestattet. Zu einem Schlägersatz gehören normalerweise die „Hölzer“, also die Dinger mit den dicken Köpfen, sowie die Eisen mit den Nummern 3 bis 9. Das Pitching Wedge und das Sandeisen werden meist für Annäherungsschläge und für das Spiel aus dem Bunker benutzt. Zum regulären 'Golfbesteck' gehört ansonsten noch der Putter zum Einlochen des Balles auf dem Grün. Sie können auch die langen Eisen 1 oder 2, ein Holz 7 oder 9 oder stattdessen Hybrid-Hölzer und ein besonderes Wedge mitschleppen – solange die Zahl 14 nicht überschritten wird.
Gute Spieler kennen ihre exakten Schlaglängen, die bei den Eisen meist um ca.10 Meter variieren. Ziel Ihrer Übung wird es sein, den Ball mit dem gleichen, weichen, rhythmischen Schwung zu schlagen, wobei die verschiedenen Lofts Ihrer Schläger die verschiedenen Flugbahnen und Längen erzeugen.

Der Loft

Mit Loft bezeichnen wir den Anstellwinkel, die Schrägung der Schlagfläche, die den Ball auf die entsprechende Flugbahn schickt. Alle Eisen in einem Standardschlägersatz werden Ihnen mit aufeinander abgestimmten Lofts fertig von der Stange geliefert. Topspieler dagegen lassen jedes ihrer Eisen exakt in den Loft biegen, den sie wünschen. Früher hatte das Eisen 3 einen Loft von 23 Grad, das Pitching Wedge 52 Grad und dem Sandeisen 56 Grad Loft.
Die Hersteller verwenden mittlerweile für die Schlägersätze immer steilere Lofts, um Sie glauben zu machen, Sie würden mit den neuen Eisen weiter schlagen. Das heißt, das Eisen 6 von Hersteller A mit einem schwachen Loft kann durchaus dem Eisen 7 des Herstellers B mit starkem Loft entsprechen. Ich möchte die Sache nicht zu kompliziert machen und nur darauf hinaus, dass Schläger mit gleicher Nummer nicht unbedingt einheitlich und vergleichbar sind. Ich habe zudem festgestellt, dass die Lofts, auch von Markensätzen, zum Teil erheblich von den eigenen Vorgaben des Herstellers abweichen. Dies wurde auch bei Messungen in Schlägertests bestätigt. Wenngleich es meiner Ansicht nach eigentlich egal ist, ob das Eisen 7 nun 35 oder 36 Grad hat, ist das trotzdem eine Schlamperei. Deshalb hat der HERR für preußische Erbsenzähler wie mich Clubfitting-Experten geschaffen, die Schläger in den Toleranzbereichen von Elfenflügelstärken vermessen und korrigieren können.

Also noch mal: Die Nummer eines Schlägers stellt keine Norm dar! Cartoon: Peter Ruge

Wenngleich das alles derzeit kaum Bedeutung für Ihr Spiel hat, erkläre ich diese Zusammenhänge, da diese Bezeichnungen in den Golfprospekten immer häufiger auftauchen, weil das so professionell klingt.
Mit Platzreife ist es egal, ob Ihr Driver 9 oder 11 Grad Loft hat. Sie sollten überlegen, welcher Mistkerl Ihnen dieses Ding verkauft hat und den Schläger in den Keller verbannen. Als Anfänger haben Sie den Drang, mit dem Holz 1, dem Driver abzuschlagen, obwohl das Holz 3 angeraten wäre. Auf dem Fairway nehmen Sie dann das Holz 3, wenn Holz 5 Sinn machen würde. Mit allen Schlägern kommen Sie etwa so weit, wie wenn Sie Ihr Eisen 7 leicht schwingen würden.

Verschiedene Schlägerhersteller bieten Testmethoden an, mit denen man die für Sie speziellen Anstellwinkel und Schaftlängen ermitteln kann. Auch die Griffstärke kann von Bedeutung sein.
In der Realität, auf dem Platz, ist jedoch wichtiger, ob Sie Pferdebremsen, Mücken oder nur Fliegen haben. Oder ob die Herren mal warten, bis die Damen abgeschlagen haben und diese dahin schwingen, wo es langgeht.

Schäfte

Faustregel zum Thema Schäfte, dieser unendliche Geschichte: Wenn Sie jung und kräftig sind, werden Sie zu Stahlschäften tendieren, und wenn dann die Gelenke im Eimer sind, werden Sie Graphitschäfte bevorzugen, die weniger Vibrationen abgeben. Auch hier hilft nur testen – testen – testen, bis Sie den Schaft gefunden haben, der Ihrem Gefühl und Ihrem Schwung entspricht und der gut »kickt«.

Die Klebebanderole am Schaft eines Schlägers sollte mit einem R (regular) für Herren beschriftet sein, und einem L (Lady) für Damen, womit die Flexibilität (Flex) des Schaftes bezeichnet wird. S bedeutet nicht Senioren, sondern stiff (steif) und erfordert einen kräftigen Schwung. Steifere Schäfte erzeugen keinen längeren Schlag. Im Gegenteil. Sehr gute Spieler wählen steifere Schäfte nur, weil sie ohnehin fähig sind, eine hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit – und damit einen langen Ballflug – zu erzeugen. Länge ist also nicht ihr Problem. Mit steifen Schäften möchten sie die Streuung mindern. Der Flex zwischen R und L wird mit A bezeichnet. Der A-Schaft wird dem älteren Spieler in Golfbüchern und Fachzeitschriften häufig empfohlen, steht in den Proshops als Testschläger jedoch nur selten zur Verfügung.

Ein kleiner feiner Herrn kann also durchaus mit Damenschlägern spielen, während eine große, kräftige Amazone kaum Schwierigkeiten haben dürfte, ein Herreneisen zu schwingen.

Aber egal mit welchem Schaft: Sie werden entweder schwingen und ein positives Körperfeedback haben oder hacken und mehr oder weniger leiden. Wenn Sie einen kompletten Satz Schläger wünschen, ist es sinnvoll, wenn ein Clubfitting-Fachmann Sie entsprechend Ihrer körperlichen Gegebenheiten berät. Mehr Infos dazu unter Clubfitting.

Der Lie

Die Frage des Lie, also des Anstellwinkels des Schlägerkopfes im Verhältnis zu Ihrem Körper, hat jetzt noch keine besondere Bedeutung. Ihr Schwung entwickelt sich erst noch, und ob Sie einen steilerer oder flacherer Schwung wird, wissen die Götter.

Wenn Ihre Range schwarze Gummimatten an den Abschlägen hat, dann schlagen Sie mit verschiedenen Eisen ein paar Bälle von der schwarzen Matte anstatt von dem kleinen grünen Teppich darin. An den schwarzen Schleifspuren am Schlägerkopf  können Sie dann erkennen, ob Ihnen der Schläger vom Anstellwinkel her liegt. Wenn die Spuren auf der Bodenmitte des Eisens sind, ist alles o.k. Wenn sich Hacke oder Spitze schwärzen, sollten Sie sich mit Ihrem Pro beraten. Die schwarzen Gummirückstände am Eisen lassen sich problemlos entfernen.

(c) by Eugen Pletsch

 

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