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Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Seit Jahrhunderten wird Golf auf natürlich gewachsenen Plätzen an den Küsten, den so genannten Links, gespielt. So sehr der Golfsport das Image hat, ein gemächliches Betätigungsfeld für reiche, alte Knaben in karierten Hosen zu sein, so sehr war Golf in seiner ursprünglichen Form Ausdruck von Jugendbewegung und Revolte.

Es begann damit, dass Schäfer, Landstreicher, Vogelfreie und die sehr frühen expressionistischen Maler, kurz: der gesamte Underground Schottlands anfing, kleine Lederbälle mit langen Federn daran zu basteln, um sie sich mit Schlägern, die mit Darmsaiten bespannt waren, zuzuschlagen. Das war eine Zeit lang ganz modern und auch recht nett, wobei immer das Problem mit dem Wind an den Küsten bestand, und langsam gingen ihnen auch die langen Federn aus. Ein neuer Trend entstand, indem man mit Knüppeln nach kleinen Lederbällen schlug, die voll mit gepressten Daunen waren. 

Mit diesen Bällen wurde aus Langeweile auf Kaninchenlöcher gezielt. Aber nachdem man gelernt hatte, die Löcher häufiger zu treffen, war es ein Haufen Arbeit, die Bälle wieder aus den Löchern zu fummeln. Also zielte man, ähnlich wie mit Murmeln, auf selbst gegrabene, kleine Kuhlen.

Das nannten sie »Coolf« übersetzt etwa: Kuhlenkampf. Immer wenn kreative, junge Menschen sich friedfertig mit sich selbst beschäftigen, wird die Obrigkeit misstrauisch. Also haben sie die Jungs vom SEK (Sondereinsatzkommando) geschickt, die damals noch die Bogenschützen von der Edinburgh waren. Nachdem sie ein paar abgemagerte, aber fröhliche Leutchen zwischen den Dünen beobachteten, wie diese versuchten, mit Stöcken nach Kugeln zu schlagen, blieb für die Bogenschützen nur ein Schluss: dass hier gefährliche Aufständische mit neuen Waffen nach dem Leben der Obrigkeit trachten.

Also wurde die ganze Coolf-Gemeinde eines Tages hoppgenommen, nach Herzenslust verprügelt, gefoltert, gevierteilt, gehenkt, geköpft und was man an diesem Tag nicht schaffte, ließ man die nächsten Jahre im Kerker verfaulen. Bogenschützen waren aber schon seit jeher waffengeil. Und so schnappten sie sich die Knüppel und Bälle und versuchten herauszufinden, wie man damit am effektivsten sengen, brennen, morden und verwüsten könnte. Aber der Schuss ging nach hinten los: Erst wurden sie alle süchtig, dann etwas blöde und dann depressiv. Das ging so weit, dass die Bogenschützen nicht mehr Bogenschießen übten und das Coolfen vom König verboten wurde.

Nun war und ist es stets so, dass die Obrigkeit besonders gerne die Dinge macht, die dem Volke verboten sind. Ergo begannen die Adelskinder mit Knüppeln nach Bällen zu schlagen. Sie veranstalteten heimlich Raves, schluckten Psylos und Fliegenpilze und tanzten die ganze Nacht zum Gedudel ihrer Säcke. Wenn sie nicht gerade am nächsten Morgen eine Schlacht gegen die blöden Engländer anstehen hatten, schliefen sie aus und trafen sich am Mittag zu einer Runde mit ihren Knüppeln. Sie gruben ein paar Kuhlen (engl. Cools) und spielten den Tag über Coolf, und was sie machten, war »cool«. Noch heute findet sich unter jungen Menschen der Dialog:

»Wie läuft’s, Alter?« »Läuft cool, Mann!« – »Hey, das ist echt cool!«

Von dieser Zeit bis zur European Tour war es ein Klacks. Sobald der Adel keine Kohle mehr hatte und zum Beutemachen ausrücken musste –- und auch die Bogenschützen sich gelangweilt vom Golf abwandten – kamen die reichen Bürgersöhnchen in Scharen. Jeder wollte die beste Ausrüstung und die geilsten Klamotten. Also fanden einige clevere Rad- und Bogenmacher ein Auskommen darin, reichen Jungs Golfschläger zu basteln und Federn in die Bälle zu stopfen. Die reichen Jungs waren schnell gelangweilt und wollten dann doch lieber in die Kolonien, um Eingeborene abzuschlachten und Beute zu machen. Deshalb fingen die Golfschlägerbastler damit an, ihre eigenen Matches zu veranstalten und so entstanden die British Open. Sie wurden immer geschickter und begannen damit, anderen reichen Jungs, die keine Lust hatten, Eingeborene abzuschlachten, Golfstunden zu geben. Das Geld, das sie damit verdienten, sparten sie für ein Ticket nach Amerika und begannen dort die Seuche zu verbreiten.

Also, das ist meine Geschichte, wie das Golfspiel entstand. Zumindest steht es so im „Weg der weißen Kugel“ – dem Grundlagenwerk bewusstseinserweiternder Golfliteratur. Es gibt natürlich noch eine Version, nach der Golf exterristischen Ursprungs wäre. Aber die Story würde Euch vermutlich nur noch mehr verwirren… (ep)

 

Musselburgh Golf Club

 

 

 

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