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Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Die wirtschaftliche Lage zwingt manche Golfclubs zu Werbeaktionen, bei denen Golf wie ein Action-Spiel angepriesen wird. Ich halte das aus mehreren Gründen für Etikettenschwindel, zum Beispiel, weil der Spirit des Golf dadurch immer mehr in Vergessenheit gerät.
Andererseits ist es Tradition, dass Golfsocieties eigene Regeln aufstellen können, solange sie bei vorgabewirksamen Turnieren nach den Regeln der R&A spielen.
Eine interessante Variante eigener Regeln lernte ich bei der Golf-Gemeinschaft The Mulligans kennen, die sich einmal im Monat nicht nur zum Golfen trifft, sondern auch um Spaß zu haben.
Spaß haben klingt einfach, ist es aber nicht. Viele Golfer ärgern sich die ganze Runde über, weshalb die Mulligans nach einer Lösung suchten – und fanden!

Nach dem Mulligan-Prinzip werden Fehlschläge und Fehlverhalten mit kleinen Geldstrafen belegen. Wer sich also bisher über sein mäßiges Spiel ärgerte, darf sich jetzt freuen, denn seine ‚Strafe‘ dient dem guten Zweck. Auch wem es an ‚Etikette‘ mangelt, wird zur Kasse gebeten. Schläge aus dem Sandbunker, Fluchen, Schläger werfen – alles kostet Geld. Auf diese Weise gelingt es den Mulligans während der Golf-Runde, mehr Spaß zu habenstatt verbiestert um Punkte zu kämpfen. Die ‚Strafzölle‘, mit denen sich die Spieler der Golf-Gemeinschaft nach strengem Reglement belegen, erbrachten in einem Jahr immerhin € 5000.-, die einer Stiftung zuflossen.

Die Mulligans haben 11 Gebote:

  1. Antrittsprämie: € 10,- (Obligatorisch, auch wenn man verhindert ist)
  2. Zu spät kommen: € 50,- (Ist bereits wirksam bei nur einer Minute)
  3. Jeder beliebige Schlag kann wiederholt werden. Ein Mulligan kostet € 5,- (Sorgt für flüssiges Spiel. Lästiges Bälle suchen wird vermieden)
  4. Telefonate auf der Runde: € 5,- (Sorgt für Ruhe Endlich mal einen Tag lang nicht erreichbar sein)
  5. Birdie gespielt: alle anderen zahlen € 2,50
  6. Sandbunker: € 2,50
  7. Wasser: € 2,50
  8. Fluchen: € 2,50
  9. Schläger auf den Boden hauen oder werfen: € 2,50 (Kam unter gesitteten Mitteleuropäern wie den Mulligans bisher nie vor)
  10. Lady: € 10,-
  11. Hole in One: € 100,- (Begeisterter Applaus ist garantiert

Als ich einmal bei den Mulligans mitspielen durfte, piepte mein GPS-Entfernungsmesser, um mir anzuzeigen, dass der Akku gleich leer wäre. Er piepte auf dem Grün, während ein Mitspieler puttete! Da wären 50.- Euro fällig, hieß es, die mir als Gast jedoch überraschenderweise erlassen wurden. Und noch etwas überraschte mich: Nach der Runde war niemand sauer auf sein Spiel, alle freuten sich zum guten Zweck beigetragen zu haben – und das nicht zu knapp.

Quelle: Anmerkungen für Golfreisende

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