Hinter dem Nebel
Am Morgen im Basenbad dümpelnd, begleiteten mich morbide Gedanken, was nicht ausbleibt, wenn man in Werner Piepers neuem Buch „Friede sei mit mir (& Dir)“ blättert, in dem so ziemlich alles zusammengetragen ist, was man über den kreativen, selbstbestimmten Freitod wissen sollte. Das tiefgründige Vorwort von Roger Willemsen eröffnet neue Perspektiven, dieses Tabu zu überdenken. Langsam rutschte ich unter die Wasseroberfläche, und entschied mich dann, doch wieder aufzutauchen. Noch ist das Leben spannend!
Schließlich hat meine Korrespondenz mit der Geschäftsführung von AMAZON dazu geführt, dass endlich alle meine Bücher in der Amazon-Golfbuchliste geführt werden. „Golf Gaga“ und „Der Weg“ waren da nämlich aus mir unerfindlichen Gründen rausgeflogen bzw. wurden nie gelistet. Nicht, dass ich diese Liste überbewerte, aber drin sein möchte ich schon, sofern es die Verkaufszahlen hergeben. Na, das hat jetzt also geklappt. Alle drei Bücher rangieren meist unter den Top 20, was sich zwar stündlich ändert, aber immerhin.
Auf Cybergolf habe ich viel gebastelt. Zum Beispiel habe ich den uralten Ho Lin Wan Bookshop, der jahrelang abgeschaltet war, erneuert. Die roten Links sind rausgeflogen, außer in der neuen Rubrik „Premium-Partner“, denen ich sehr für ihre Unterstützung danke. Von Gefälligkeitsbannern musste ich mich verabschieden. Mittlerweile gibt es eine gewisse Nachfrage von Unternehmen die begreifen, dass das Web eine andere Nachhaltigkeit bietet, als eine stinkteure Einzelanzeige in einem Anzeigenblättchen, das eh niemand mehr richtig liest, außer vielleicht den Golf-Rabbits. Manche Banner werden von Premium-Partnern bezahlt, was uns echt hilft, Cybergolf weiter zu entwickeln. Ansonsten habe ich alles mit Affilinet-Partnerschaften voll gekleistert, über die man eine kleine Marge bekommt, wenn der Kunde, das scheue Reh, so einen Banner anklickt und dann etwas kauft.
Diese Banner tun niemandem weh, höchstens dem Auge, und ich hoffe, dass alle meine Leser in gelangweilten Bürostunden klicken, was das Zeug hält, besonders auch die Google-Anzeigen, denn da gibt es auch Kohle für.
„Warum dieser Schwachsinn?“ werdet ihr fragen. Genau. Wegen Magic Fred! Jahrelang hat er seine ehrenamtliche Arbeit zum Gotteslohn erbracht, zumal ich ihm erzählte, dass er diese Cybergolf-Aktivitäten als Zeitverlust von der Steuer absetzen könnte. Dem widersprach die Steuerbehörde kürzlich ganz entschieden und es kam, wie es kommen musste. Plötzlich meinte Fred, GELD wäre ein adäquates Zahlungsmittel für seine Leistungen. Da war ich sprachlos. Ich bot ihm an, ihn mit gebrauchten Golfbällen zu bezahlen, aber er meinte nur lakonisch, er wäre Nichtgolfer. Kein Wunder, dass er es solange bei Cybergolf ausgehalten hat.
Na gut. Auf alle Fälle arbeitet er an der Erneuerung unserer Website. Die Seite soll moderner werden. Ich bin da misstrauisch. Vermutlich gibt es bunte Bildchen und diesen Einheitsbrei, den die Agenturen durch fast alle Golfseiten spülen.
„Cybergolf, die liebe, alte Tante der Online-Golfszene“, schrieb ein Leser. „Etwas altmodisch, aber vertraut und immer für eine Überraschung gut.“ Das war nett gesagt.
Trotzdem. Die alte Tante hat jetzt ein paar neue bunte Anstecker am Hut und da könnt ihr mal drauf klicken, sozusagen für den guten Zweck, der Fred heißt.
Die (Golf fremden) Firmen, die ich ausgesucht habe, fand ich nach erster Recherche korrekt, sofern es das heutzutage überhaupt noch gibt und wenn jemand etwas anderes weiß, bitte ich, mir das mitzuteilen.
Nur das Banner der Webbude 1&1 habe ich allein aus dem Grund draufgemacht, weil ich dann in einem Gewinnspiel einen iPod gewinnen kann. Ich hab nämlich keinen und was ich von 1&1 halte, das habe ich ja in meiner „Rache des kleinen Mannes“- Geschichte 1&1 gibt NULL beschrieben, die nach wie vor von vielen Lesern angeklickt wird.
Meine Regel-Frage an die Golfgelehrten (im letzten Blog) wurde nicht beantwortet. Warum soll ich mir also weitere Weisheiten aus den basenbadverschrumpelten Fingern saugen? Vor meinem Fenster hängt nasser, grauer Novembernebel. Aber da falle ich nicht drauf rein. Irgendwo im Universum scheint die Sonne. Vermutlich in Winnerod. Ich denke, ich ziehe mal los, um nachzuschauen, wie es hinter dem Nebel aussieht.

Und tatsächlich:
In Winnerod schimmerte die Sonne
zwischen den Wolken hervor.
;-)
Ihr/Euer
Eugen Pletsch


