Cash?

Ich lese gerne „Golf Week“- die schnellste Golfzeitung Deutschlands - so richtig auf Papier. Da kann ich, während ich meine Pasta futtere, noch mal alle Meldungen anschauen, die mir die Woche zuvor digital und meist ungefragt zugeschickt wurden, wobei ich besonders jene Absender von PR-Meldungen liebe, die zwischen 5 und 10 MB Bildmaterial dranhängen, weil sie zu dumm oder zu faul sind, Pressebilder auf dem Server in einem Verzeichnis zu deponieren.
Wenn ich unterwegs bin und es mir nach etlichem Gefummel gelungen ist, meinen Laptop an das Netzwerk eines Gastgebers anzudocken, um z.B. via Analogmodem (ja, das gibt es noch!) die Post durchzusehen, dann macht es besonders viel Spaß, wenn mir der PR-Azubi eines Golfpromoters die Leitung für Stunden mit Bildmaterial platt macht. Also, für alle, die dies lesen: Ich will diese Bilder nicht. Ich brauche sie nicht! Nein danke!

Zurück zu Golf Week: Neben den Meldungen aus der Welt des Golfsports gibt es BIZ & TALK, zum Beispiel mit Neuigkeiten über starke Frauen im Rampenlicht und die angesagten Celebrities und ihre Charities. Celebrities hießen früher Prominente. Sie spielen auf Charities mit den Adabeis Golf, damit die Kohle rausrücken, die nach Abzug der Kosten für einen guten Zweck gespendet wird! Leider sind die Kosten oft immens. Mein besonderes Augenmerk richtete sich in der 67. Ausgabe, dem Jahresrückblick, auf den Fight in Florida. In diesem Text wird ein Einladungsturnier vorgestellt, bei dem die „world´s top journalists who cover golf and travel“ zehn Golfplätze in fünf Tagen spielen müssen, eine „Schlacht der Schreiberlinge“, wie es heißt. Zuerst überkam mich ein Gefühl vom Neid, aber dann fiel mir ein, dass ich gar kein Golfjournalist bin, geschweige denn einer, who covers golf and travelEs wäre mir auch schlichtweg unmöglich, zehn Golfrunden in fünf Tagen zu spielen um sie in vier kurze Spalten zu beschreiben. Es gab durchaus Zeiten, als ich zehn Runden in fünf Tagen spielte. Meist war das in Schottland, wo man ein paar Pfund in die Honesty Box legte, um sich den Rest des Tages im Delirium der Links zu drehen. Heute würde ich mehr dazu tendieren, einen guten Platz zehn Tage lang zu spielen, um ihn auch nur ansatzweise würdigen zu können. 

Im letzten Satz des „Fight in Florida“ wird angedeutet, dass im nächsten Jahr vielleicht John Updike mitspielen könnte. „Wenn er eingeladen wird“, schließt der Artikel. Das nennt man name dropping. Damit soll angedeutet werden, dass ER, den der Autor als den „absoluten Weltmeister der Golf-Write-Kombination“ bezeichnet, sozusagen aus dem Olymp herabsteigen könnte, hinab in jenen Hades, in dem PR, Marketing, Eigeninteressen und „Journalismus“ zu eben jenem Sud verquirlt werden, der die Golfzeitschriften füllt, (was er so natürlich nicht ausführt).
Auch wenn ich nur Golf-Write-Hessen-Liga spiele, bin ich mir sicher: So wie ich einige von Updikes Ausführungen in „Golfträume“ in Erinnerung behalten habe, ist es sehr, sehr unwahrscheinlich, dass er an diesem Golf-Marathon teilnehmen wird. So groß kann gar kein Scheck nicht sein.

Fünf Tage, zehn Plätze und – „das am meisten hervorgestoßene Wort hatte vier Buchstaben“, schrieb der Autor.  Was mag das für ein Wort gewesen sein, das „world´s top journalists who cover golf and travel“ ständig hervorstoßen, wenn sie in einer Hitzeschlacht fünf Tage lang zehn Golfplätze spielen?
CASH?