Na, ich bin dann auch mal weg…
In Bad Orb spielte ich wirklich gerne. Den Abend zuvor besuchte ich ein Autorentreffen in der Rhön, da passte es, dass ich mich für den nächsten Tag im Golfclub Bad Orb ansagte, um die berühmte Gastlichkeit zu genießen. Der Club ist mir deshalb besonders ans Herz gewachsen, weil ebenda verschiedene Dinge auf gehobene Weise zusammenfinden:
Einmal wäre da ein Platz, der anspruchvoll und gut gepflegt ist und manchem hochmütigen Menschen seine Grenzen aufzeigt. Ordentliche Grüns und Wasser, das eigentlich nicht ins Spiel kommen muss, aber trotzdem beharrlich am Score nagt. Dann ist da ein Halfway-House, das seinem Namen gerecht wird. Wo gibt es schon belegte Vollkornbrote, wie sie sich jeder vernünftige Mensch, nur eben kein Golfclub sonst, für die Runde schmiert.
Trotz Betreiberwechsel hat sich der Standard von ausgezeichnetem Kuchen und freundlichem Service gehalten. Aber unterwegs nicht zu viel futtern, denn wenn man ins Clubhaus kommt, sollte man unbedingt im Restaurant essen! An dem Tag, an dem ich da war, wurde vom Club ein Flaggenwettspiel veranstaltet (was man auch nicht häufig erlebt) und die Meute wartete stimmungsvoll auf die Siegerehrung. Das sind diese Momente, wo man sonst wo als Gast lange warten kann, bis sich die Bedienung blicken lässt. Anders in Bad Orb.
Ich habe es nicht gestoppt, aber ich würde sagen, dass mir meine Gefüllten Pfannkuchen mit Spargelgemüse (lecker und reichlich für sensationelle 7,50 €) etwa zu der Zeit aufgetischt wurden, zu der in anderen Clubs langsam eine Bedienung hergekommen wäre um zu fragen, ob sie eine Karte holen muss.
Die Gästezimmer im Haus eignen sich für ein verlängertes Wochenende und wenn Sie das neugierig gemacht hat, können Sie sich bei den freundlichen Damen vom Sekretariat anmelden, die tatsächlich so nett sind, wie ich schreibe, denn sonst würde ich das nicht tun, wie jedermann weiß, der mein gemischtes Verhältnis zu Sekretariatsbediensteten kennt.
Die Woche darauf kam die Einladung zum Sommerfest auf dem Attighof, und jener große Moment, bei dem ich nach Jahren der Abstinenz endlich mal wieder aus Treppchen durfte.
Zweites Netto in der Klasse C (!) dank meiner wunderbaren Flightpartnerin und ihrem Handicap 44. Ich gewann einen Pfefferstreuer(!) den ich zwar nicht aufbekomme, aber schließlich habe ich auch keine Pfefferkörner.
Nach dem Essen sollte ich etwas vorlesen. Es ist nicht einfach in einem vollen Zelt bei Essengeklimper eine Lesung durchzuführen, zumal sich manche fragten, warum sie mir auch noch nach der Runde zuhören sollten. Aber das legte sich und bald war es still bis die ersten Lacher begannen. Ich hatte die Legende vom Attighof in ein vorlesbares Maß gestutzt und die gewünschte Zugabe bediente ich mit einer Premiere, einer Geschichte aus meinem neuen Buch „GOLFGAGA - Der Fluch der weißen Kugel“, das ich an dieser Stelle auf meine penetrante Art schon zuvor erwähnte. Offensichtlich gefiel es, denn ich durfte dann noch singen. Sie haben richtig gehört. Dort weiß man, dass ich früher ein fahrender Sänger war, ein Liedermacher, wie man das zu meiner Zeit nannte. Aber ich sang nicht zu viel, was die Kunst ist, wenn man singt und in guter Erinnerung bleiben möchte.
GOLFGAGA - Der Fluch der weißen Kugel ist jetzt im Stadium der Endkorrektur, wird im Herbst erscheinen und kann bald bei Frank Pyko vorbestellt werden, um die Anfragen verschiedener Leser hiermit pauschal beantwortet zu haben.
Es wird am 14. September im Golfpark Winnerod eine Lesung mit Vernissage geben, bei der ich mein neues Buch vorstelle. Der Künstler Klaus Holitzka wird seine Mastery-Golfart- Edition zeigen. Zu diesr kleinen Party kann man sich voranmelden, aber wegen der begrenzten Räumlichkeiten denke ich, dass der Abend mit Family und Friends gut gefüllt sein wird. Also überlegen Sie sich, ob Sie nicht in Ihrem Club ebenfalls eine Lesung, vielleicht mit einer Ausstellung veranstalten möchten und wenn Sie keinen Text und keine Bilder haben, dann melden Sie sich. Bei mir haben Sie etwas zu lachen, bei Holitzka etwas zu staunen, also warum nicht?
Ich werde bis Mitte August in Kanada sein, weshalb ich auf Mails nicht antworte. Golf in Ontario, Moe Norman und die Canadian Opensind meine Themen.
Ich wünsche Euch/Ihnen einen schönen Sommer, viele Birdies und denkt dran: Keine Macht den Doofen!
Eugen Pletsch
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