Hallo Golfhamsters!

Manche haben es geahnt, mittlerweile ist kein Geheimnis mehr und warum sollte ich es nicht zugeben: Ich lebe jetzt seit einigen Wochen in einer Suchtklinik in Bad Berzich, wo in einer golfpsychiatrischen Abteilung das erste Therapiekonzept gegen Golfsucht entwickelt wird.
Hier darf ich mein umfangreiches Experten-Know How in einer Selbsterfahrungsgruppe einbringen. Am Samstag hielt ich anlässlich der Gründungsversammlung des Bundesverbandes anonymer Golfer (BAG) meinen ersten Vortrag über die Golfsucht und ihre Schrecken unter dem Titel: Der Fluch der weißen Kugel!
Deshalb (jetzt erklärt sich alles) die lange Schreibpause. Nachdem ich letzte Woche erstmals Ausgang hatte, konnte ich meine konzeptionellen Überlegungen zu meinem neuen Buch GOLFGAGA darlegen. Die sind natürlich längst überholt, weil ich hier in Bad Berzich die Zeit hatte, endlich meine Sex & Golfsucht-Umfrage auszuwerten. Gleichzeitig wurden die drögen Vergleichszahlen der Nichtgolfer veröffentlicht und ich verlinke ungeprüft auf das Ressourcen-Aktivierungs Modul Mehr Lust, damit Sie sich in Ruhe vergleichen können.
Haben Sie noch Sex oder spielen Sie schon Golf? Ich weiß, das Thema hatten wir schon mal im Vorjahr, aber wie oft hat uns diese dumme Frage von verunsicherten Nichtgolfern in ihrer Lächerlichkeit peinlich berührt. Meine beliebte und oft zitierte Antwort: Wann hattest Du denn jemals 18 Höhepunkte hintereinander? geht mir auch nicht mehr so leichtfertig von den Lippen, weil ich bei meinem derzeitigen Golfspiel meist nur noch 18 Tiefpunkte zusammenzählen kann.
Immerhin hat meine Leidenschaft für dieses unvergleichliche Spiel, mit dem uns die Götter prüfen wollen, eine größere Konstanz bewiesen, als irgendeine meiner Beziehungen zuvor. Leidenschaft, also etwas, was nach Buddha Leiden schafft, war überhaupt das Stichwort, das mich zu meiner Umfrage veranlasste. Vielen Dank für alle, die ihren Fragebogen so offenherzig ausgefüllt haben. Danke auch für die zum Teil sehr persönlichen Bilder, die mitgeschickt wurden. Kein Wunder, dass manche von Euch Golfhamstern Platzverbot haben!
Wie entstand meine Studie? Meine Sex & Golfsucht-Umfrage sollte das angeblich müde, männliche Klientel über 50 zu ehrlichen Aussagen bewegen. Ich dachte, dass ein paar hübsche Studentinnen die beste Möglichkeit wären, die Befragungen durchzuführen, weil wir dann alle Ergebnisse nur um den Prahlquotienten zu reduzieren hätten, um zu korrekten Aussagen zu kommen. Im Herbst machte ich an unserer Uni einen Aushang im Fachbereich Soziologie, in dem ich um Mithilfe bat. Leider verkannte ich das Interesse von hübschen, jungen Studentinnen, ältere Herren über Sex auszufragen. Es hagelte Beschimpfungen. Eine Studentin schrieb mir, dass sie als politisch motivierte Vegetarierin lieber Robben schlachten würde, als ihre Zeit so einem unappetitlichen Thema zu widmen. Sie wäre aber gerne bereit, diesen alten Ferkeln, die sie täglich auf der Clubhausterrasse mit den Augen ausziehen würden, per Knopfdruck einen letzten elektrischen Impuls ins Gemächt zu jagen. Dummdreiste Vollidioten, die sie anmachen und sogar antatschen würden, während sie sich, das dritte Netto im Arm und fünf Weizenbier im Kopf, für unwiderstehlich hielten. Es bräuchte nur einen Tag aus der Perspektive einer hübschen, jungen Bedienung, um zu sehen, dass diese morbiden Auswüchse einer fehlgeleiteten Libido keiner weiteren Untersuchung bedürften. Was da noch zuckt, wäre krank und die einzige wirksame Maßnahme, die sie nach Rücksprache mit einer Kollegin von der medizinischen Fakultät, die ähnliche Erfahrungen gemacht hätte, empfehlen könnte, wäre die Amputation.
Ich merkte an den Reaktionen, dass ich eines der letzten wirklichen Tabus angefasst hatte. Lust im Alter! Für die Medien so appetitlich, wie wenn sich Stoiber in der Tagesschau die Fußnägel schneiden würde. Mir wurde bei den Recherchen bewusst, dass ich mir selbst vor wenigen Jahren nicht hätte vorstellen können, dass man jenseits der 50 noch irgendwelche libidinösen Ambitionen haben könnte. Echte Liebe, oder eheliche Symbiose - na klar. Wenn eine Beziehung einen golfenden Partner aushielt, dann musste die Liebe echt sein. Aber Eros im Alter? Und dazu noch in Verbindung mit Golf? So unwahrscheinlich wie geschmacklos. Nachdem ich meinen Fünfzigsten ausgenüchtert hatte, war ich bereits lange genug im Golfsport aktiv, um alle anderen Aktivitäten mit desillusionierter Langeweile zu betrachten. Aber jetzt schien mir das ein Thema von brisanter Sprengkraft. Ich schrieb ein Konzept für eine Umfrage in regionalen Bordellen und Eheinstituten, um die beiden extremen Optionen nach Golfspielern auszufragen. Leider scheiterte die Umsetzung an der Spesenfrage. Also stellte ich Umfragebögen für Golferinnen und Golfern zur Verfügung.
Hier das langerwartete Ergebnis unserer Sex & Golfsucht-Umfrage in Kurzfassung:
Mittlerweile leben fast eine halbe Million Golfer in Deutschland, von denen sich 34 % als gelegentliche Golfer, 28 % als häufige Spieler und 13 % als Golfsüchtige bezeichnen, die in den meisten Fällen männlich sind. 9 % dieser Männer würden ihre Frau jederzeit gegen einen neuen Driver eintauschen, wobei das umgekehrt nur 6 % der golfsüchtigen Frauen machen würden. Die anderen Frauen meinen, dass ihr Mann noch im Haushalt gebraucht wird.
86% der Befragten haben beim Golfen das Gefühl zu versagen, sich lächerlich zu machen oder sie fühlen sich gedemütigt. Aber 92 % dieser Gruppe meinen, dass ihnen das egal wäre, wenn sie den Ball nur einmal wieder so gut treffen würden, wie damals, bevor sie Golfstunden nahmen. 2% der Männer sehen diese Form der Demütigung als preiswerte Alternative zu einem Domina-Besuch an. 13 % aller Golfer sind noch sexuell aktiv, 44 % halten das im eheüblichen Rahmen, 6 % würden sich wünschen, wenigstens einmal Sex zu haben und der Rest spielt Golf, damit man sich damit nicht mehr befassen muss. Als Golfmaniac würden sich selbst nur 12 % aller Golfer bezeichnen. Wenn andere das beurteilen dürften (Freunde, Ehepartner), läge die Zahl bei 42 %. (Sex 1%) Gruppenvergleich: Golfgaga 4% und 12 %. (Sex 0%)
Was das alles bedeutet? Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

Ihr
Eugen Pletsch