Erleuchtungen im Golferhimmel
Freddy hat den Colt stecken lassen. Die neue „Golfaktuell“ hat weder Leserbriefe über den Schmierfinken Pletsch gebracht (ich weiß, es wurden welche geschrieben), noch Hinweise auf die Diskussion im Spicygolfforum, geschweige denn die Bitte um Richtigstellung, die der KOSMOS-Verlag Richtung Golfaktuell Redaktion schickte. Na gut. Ich werde für Nachzügler, die das Thema verpasst haben, kein Öl mehr ins Feuer gießen, sondern mich vielmehr daran erfreuen, dass Alois Hartl mit seiner Kolumne „Golferhimmel“ (Golfaktuell Nr.6/06) ein großer, visionärer Wurf gelungen ist, den ihm sein Namenvetter, der Engel Aloisius nach etlichen Maß Bier eingegeben haben muss. Wahrlich nicht schlecht, besonders der Gedanke, dass der VcG aufgelöst wird, clubfreie Golfer in einer Organisation zusammengefasst werden und gegen Greenfee überall spielen dürfen. Hartls Herz für Golfer erinnert mich an meine Frühjahrshalluzinationen zum DGV und meine vergeblichen Versuche, die öffentliche Frage zu stellen, ob der DGV der Verband aller Golfer ist, oder der Verband der Golfclubs, der sich jetzt um die Interessen der Golfbetreiber zu kümmern hat. Das Mobbing gegen Clubfreie und VcG-Spieler hat mittlerweile über 70 % der Clubs in Hessen in die Knie gezwungen. Sie schließen sich der absurden Argumentation an, dass Clubfreie oder VcG-Spieler letztendlich doch nur Schnorrer sind, die der Golfgemeinschaft die Startzeiten wegnehmen, weshalb sie aus „ihrer Komfort-Zone“ zu holen sind.
Ich will diese unproduktive Diskussion mit betonierten Interessengruppen nicht aufwärmen, wundere mich aber sehr, wenn gleichzeitig ein Herr Schorn in den Kölner Golfgesprächen am 27.04.2006 immer noch vom “VcG - als Erfolgsmodell im deutschen Sport” spricht und der finanzielle Einbruch durch rückläufige VcG-Zahlen bei der Jahreshauptversammlung des DGV laut bejammert wurde.
Aloisius Hartls Eingebungen beinhalten auch das Clonen vom heiligen Bernhard und die Vorstellung, dass acht bis zehn deutsche Damen und Herren auf der Tour spielen könnten, was sich auch gedopte Altpsychedeliker in ihren kühnsten Träumen nicht vorzustellen vermögen. So wartet also die „deutsche Golfszene“, laut Hartl, auf himmlische Erleuchtung. Wen er da wohl meint? Die Golfszene hat vollkommen verschiedene Ebenen und Strukturen und wie bereits an anderer Stelle vorgetragen, glaube ich nicht, dass die „Eagle“-Perspektive prominenter Golfer, Funktionäre und Golfjournalisten geeignet ist, die wirkliche „Golfszene“ kennen zu lernen. Da wäre ein Blick ins Golfforum oder Spicygolfforum vermutlich hilfreicher.
Eine Erleuchtung in dunkler Umnachtung brauchen weniger die jungen und motivierten Kräfte im DGV, die gegen Wände anrennen, sondern eher die saturierten Paschas, die in ihren Luxusnischen hocken, Aktivitäten simulieren und dabei Mäuse gebären, die für die Disziplin Hochsprung leider zu kurze Beine haben.
Schon wieder Sonne. Tja, da muss ich heute doch noch auf die Weide. Meine Reisen nach England und Schottland fallen mir ein, die zähen Steaks zu fetten Fritten. Ist das der Grund, warum ich seit Jahren im Kreis laufe?
Und – kann es sein, dass der gesamte Golfsport hierzulande unter einer Art Golfer-BSE-Syndrom leidet, zu viel Selbstzerfleischung, weshalb man sich ständig im Kreis dreht?
Ihr
Eugen Pletsch


