Der Fakir vom Wilden Kaiser

Hotels on the Green“ kümmert sich um das Marketing von Golfhotels der gehobenen Kategorie. Frau Pompernigg, die Geschäftführerin der Gruppe, traf ich auf der Rheingolf im Frühjahr 2006, wo sich die österreichischen Anbieter von Urlaubs- und Golfreisen mit einem breiten Angebot tummeln und anderen Golfregionen zeigen, wie man mit gemeinsamem Auftritt für nachhaltige Wirkung und Gäste sorgt. Ein Wochenende im letzten Sommer bei Kitzbühel hatte mich bereits davon überzeugt, dass die Österreicher ihre Hausaufgaben gemacht haben. Einige Tage nach der Messe schrieb ich Frau Pompernigg, dass ich auf dem Weg nach Italien noch drei Tage zur Verfügung hätte, die ich zu gleichen Teilen der Entspannung, dem Golfsport und der hemmungslosen Völlerei widmen wollte. Ihr Vorschlag war das Sporthotel Ellmau, direkt am Golfplatz „Wilder Kaiser“. Die Anreise erfolgte problemlos über die A8 München – Salzburg/Innsbruck, Ausfahrt Kufstein Süd. Richtung St. Johann nimmt man die 2. Abfahrt, Ellmau. Wir können dieses Hotel mit seinem ausgezeichneten Preis/Leistungsverhältnis nur empfehlen, hier finden Sie meinen Bericht.
Direkt gegenüber der Hotelanlage liegt der 62 Hektar große 27-Loch Golfplatz Wilder Kaiser, der als „des Kaisers schönster Garten“ gerühmt wird. Unser „Kaiser Franz“ ist hier übrigens auch Ehrenmitglied. Der erste Eindruck bei meiner Ankunft an diesem heißen Nachmittag: internationale Gäste, relaxter sportlicher Umgang, freundlicher aufmerksamer Empfang im Sekretariat. Eine hitzefreundliche frühe Startzeit am nächsten Morgen war auch kein Problem. Auf der Terrasse erlebte ich wieder mal, dass Österreich den Quantensprung in die gastronomische Moderne vollzogen hat. Schon bei meinem Besuch im Vorjahr (Golfclub Schwarzsee, Cordialhotel Reith) war ich vom Servicepersonal angenehm überrascht, denn noch immer erzählen alte Ski-Hasen von einem Österreich vor meiner Zeit, in dem unfreundliche, lahmfüßige Wechselgeldakrobaten regierten. Dieses Umdenken haben andere „Golfregionen“, die mittlerweile jedes Augenmaß vermissen lassen, noch vor sich.
Der Golfer ist ein scheues Reh und seine hochgestellten Lauscher sind feine Sensoren. Dabei ist er ein launisches Wechselwild und Tunesien, Portugal, die Türkei und manche Regionen Spaniens werden hoffentlich bald aufwachen und erkennen, dass sich Golfer nicht dauerhaft abzocken lassen, (mal abgesehen von neureichen Lemmingen) und die Kommunikation unter Golfern manchmal schneller ist, als ein GPS-System.
Dazu kommt der Effekt der morphischen Felder (Vergl. Rupert Sheldrake), wonach die Zunahme von Golftouristen – aber auch die Abnahme – sprunghaft geschieht. Gespräche auf der Runde, im Clubrestaurant, aber auch die Kommunikation im Web, sorgen für schnelle Verbreitung guter wie schlechter Nachrichten.
Zurück zum Golfclub Wilder Kaiser: Flotte, freundliche Bedienung, ein für die Region überaus korrektes Preis/Leistungsverhältnis – besonders bei den kleinen Speisen – und eine gemütliche Atmosphäre entspannter Behaglichkeit, die auch dem Neuankömmling wohltuend umfängt, sind das Erste was mir auffiel.
Von der Terrasse geht der Blick auf das atemberaubende Panorama des „Wilden Kaisers“ und auf die müden, durstigen Seelen, die sich mit hängender Zunge die 18. Bahn hoch quälen. Dabei ist der Platz beileibe kein Bergziegenkurs. Es ist schlichtweg heiß und jeder, der an diesem Tag das 18. Grün anspielt, schaut sehnsüchtig auf die wohlgefüllten Gläser auf den zünftig dekorierten Tischen. Wir spielten den 18-Loch - sowie den 9 Loch- Platz, der keineswegs nur ein kleiner Pitch- und Putt ist, sondern auch seine Tücken hat. Beide Plätze waren eine angenehme Erfahrung. Weder überlaufen, noch stressig, einfach angenehm. Vielen Dank an das Team vom “Golfclub Wilder Kaiser”.
Die weitere Reise führte uns zum Golfplatz Toskana „Il Pelagone“, der Bericht wurde schon auf die Startseite von Cybergolf gestellt. Die Fahrt verlief äußerst angenehm, da die wundervolle, nette, kooperative, intelligente und weitsichtige Pressestelle der Firma AUDI uns einen A6 zur Verfügung gestellt hatte. Meine mürrische Meinungzum Thema Auto habe ich bereits vorletzte Woche an dieser Stelle in der Preview zum Auto-Test formuliert. Aber ich bin geläutert, denn nach drei Wochen in einem A6 würde sich selbst ein Fakir vom Nagelbrett erheben und eine Matratze kaufen, sofern sie die Qualität dieser Audi- Sitze hätte.
Viel Spaß bei meinem ersten Autotest, der da heißt:
Mobile Evolution: vom Auto zum A6