Vom Pro/Am, GOLFstyle und Hopi-Indianern
Morgen spiele ich das Pro/Am der EPD-Tour in Friedberg. Mein erstes ProAm seit Jahren. Beim letzten ProAm war mein Yips wieder ausgebrochen und ich musste mich für Jahre verabschieden. Diesmal hat mich Herr Carson von Langer Golf eingeladen. Die EPD Tour wird von Cybergolf seit ihren ersten Tagen kostenfrei durch Banner, Pressemeldungen, Links etc. unterstützt, aber erst seit Langer Golf sich um die EPD-Tour kümmert, scheint dass Thema „Alliance“, wie es neudeutsch heißt, neu definiert zu werden. Ich meine ja, dass jeder Journalist, oder Autor, wie ich mich bezeichnen würde, der nicht auf der BND-Payroll steht, wenigstens zu einem ProAm eingeladen werden sollte.
Die „drittklassige“ Tour, wie sie (leider korrekterweise) bezeichnet werden muss, hat eine Menge gute Spieler. Ich hoffe, dass ich mal mit einem spielen darf, der die Sache spielerisch ernst nimmt und - falls es ein deutscher Pro ist - trotzdem locker bleibt, was nicht so einfach ist – mit mir im Flight.
Dummerweise ist gerade dieser Tage meine zweite Kolumne in GOLFstyle International erschienen und saudummerweise auch noch mit dem Titel „Helfen Sie Ihrem Pro“.
Jetzt kann ich nur hoffen, dass die Jungs, die ich morgen in Friedberg treffe, nichts gelesen haben, sonst setzt es vermutlich Hiebe mit dem Sandeisen.
Ja, ich gebe es zu: ich schreibe dieses Jahr eine satirische Kolumne in „GOLFstyle“, dem Magazin für Golf und Gesellschaft. Es lässt sich nicht mehr verheimlichen, dass ich, korrumpiert von den luxuriösen Lockungen der großen Welt, zum Klassenfeind übergelaufen bin und jetzt für einen internationalen, stilbewussten Leserkreis schreibe, dessen Hauptproblem die Mittagshitze auf der 200 qm Veranda mit Blick auf Marbella ist. Auch solche Menschen möchten mal über etwas anderes schmunzeln, als nur das Schnäppchen, das ihr Steuerberater dem Fiskus geschlagen hat. Es ist also mehr eine soziale Aufgabe, die ich da wahrnehme und fast ehrenamtlich, wenn ich das noch mit Blick auf die erste Abrechnung des Verlags einfließen lassen darf.
Grundsätzlich finde ich solche Magazine total Klasse. GOLFstyle, Golfwelt… ich lese auch gerne GALA und diese Lifestylemagazine mit VIP-Nachrichten, wie z.B. Focus. Früher wäre ich nie auf die Idee gekommen, aber Anfang der achtziger Jahre lernte ich nach einer Großveranstaltung mit dem XIV. Dalai Lama auf der Frankfurter Buchmesse Carolyne Tayangyoma kennen, eine Hopi-Indianerin, die mich dann nach HOPI - Land einlud. Bei Großmutter Carolyne angekommen, lag ich in der Hütte und kurierte meinen ersten, schweren Hexenschuss aus, den ich mir beim Schultern meines tonnenschweren Rucksacks auf dem Wolfcreek geholt hatte. Ständig kam einer von den „Elders“ rein, jene Hopi-Großväter, deren Botschaften in den 70ger und 80ger Jahren um die Welt ging. Sie saßen rum und blätterten amerikanische Gesellschaftsmagazine. Larry Hagmann, damals mit „Dallas“ Quotenstar, hatte Großmutter Carolyne kurz zuvor besucht, da er sich (wie Kevin Kostner) sehr für traditionelle indianische Sicht und Lebensweisen interessierte. „Er war so unglaublich nett,“ schwärmte mir Carolyne vor. Seit seinem Besuch verschlangen alle Würdenträger der Hopi-Indianer Promi-Nachrichten aus der Glitzerwelt der Superstars und ich, mit meinem Hexenschuss, lag da und staunte nur. Aber vielleicht hat das angesteckt. Heute, viele Jahre später, verstehe ich die Botschaft. Diese Scheinwelt der VIPs, so surreal wie ein DGV-Verbandstag, bringt uns unmittelbar zu der Erkenntnis, das alles Illusion ist, Maya, wie die Buddhisten sagen. Wer die Dualität des Denkens in einem Moment der Transformation hinter sich lässt, ist der Erleuchtung wieder einen Schritt näher. Also - macht doch Sinn, so eine Kolumne, oder?


