Über verletzte religiöse Gefühle und warum der Golfsport verboten werden muss!
Wir befinden uns inmitten eines blutigen Kamikaze-Trips, der sich zweite Amtszeit George W. Bush nennt. Es herrscht Wahnsinn in jeder wahrnehmbaren Richtung.
Hunter S. Thompson
Ich schreibe mein üblicherweise sonntägliches Editorial (neusprachlich BLOG) schon heute, denn morgen werde ich vermutlich verkatert sein und, um einen Hinweis auf mein ganz „normales“ Leben zu geben: ich habe morgen einen großen Korb Bügelwäsche fällig, sowie ich wieder stehen kann.
Wieso werde ich verkatert sein? Ich habe heute Abend meine erste Lesung. Unser Club macht ein Fest und ein Spaßvogel aus dem Vorstand schlug vor, mich etwas lesen zu lassen.
Die höfliche Bitte, vorgetragen durch unseren Spielführer, einem ehemaligen Berufsoldaten, klang wie ein Stellungsbefehl.
Also mache ich mir seit Tagen einen Kopf darüber, wie die überraschten Mitglieder reagieren werden, wenn sie hören, dass sie für einen stattliche Summe Eintrittgeld u. A. eine halbe Stunde dem lauschen müssen, der ihnen das ganze Jahr über auf der Runde das Ohr abkaut. Ich hatte zwei Konzepte:
„Ein Aufklärungsabend der Anonymen Golfer“ wäre ein Versuch, über die nachhaltigen Folgen der Golfsucht aufzuklären. Das wollte man aber nicht, da der Club neue Mitglieder sucht.
Weil Fasching ist und meine graues Haupthaar mittlerweile weit über die Ohren wallt, (Wohlstandsverwahrlosung eines Erfolgsautors), wollte ich als B. Litti gehen und Texte aus dem Cejka-Blog vortragen. Nein, wollten sie auch nicht. Ich solle meinen eigenen Mist lesen und die Konsequenzen tragen.
Es wird also eine Mischung aus einer Publikumsbeschimpfung a la Bukowski und einer Harry Rowohlt-Lesung werden, zumindest was die Drogen angeht. Deshalb hat mir mein Heilpraktiker Quassia Similiaplex für die Leber verschrieben. Ich habe mir – nach langer Abstinenz - eine Flasche irischen Whiskey gekauft und Voltaren Depot Dragees eingepackt, die grundsätzlich bei Sportunfällen bei Lesungen zur Hand sein sollten. Was hat mich in dieser Woche noch bewegt? Meine Lieblingszeitung (und Grundlage meiner wirtschaftswissenschaftlichen Kompetenz), die neue GOLFWELT, lag in der Post. Verdammt, verdammt - die Kerns sind mutige Leute!
Erst haben sie als einziges Fachmagazin für Golfsport (zu diesem elitären Kreis zähle ich noch das Golfmagazin, das Golfjournal, Golftime und Golf Aktuell) gewagt, mein Buch „Der Weg der weißen Kugel“ vorzustellen und jetzt haben sie George Bush auf der Titelseite ihres Magazin abgebildet, ohne sich zu sorgen, dass sie damit die religiösen Gefühle vieler Golfer verletzten könnten.
Wollen wir mal hoffen, dass kein religiöser Spinner einer radikalen Golf-Untergrundorganisation, z. B. vom VcG, durchdreht!
George W. Bush, der Mann, von dem Harry Belafonte kürzlich sagte, er sei der größte Terrorist der Welt, gibt in GOLFWELT den braven Sportsmann. Ob es Bush besonders sportlich findet, dass man seinen Gefangenen in marokkanischen Gefängnissen besonders gerne den Penis mit einer Rasierklinge anschneidet, um die Wunden mit Säure zu übergießen, wird nicht erwähnt.
Golfer, die Marokko besuchen, müssen sich diesbezüglich aber keine Sorgen zu machen. Es sei denn, sie werden zufällig Opfer einer peinlichen Verwechslung, wie jene Person, der diese „Sonderbehandlung“ galt.
Ja, die GOLFWELT - die haben Mut: Sogar Bilder von Bush-Fan, Rockstar und Golfmaniac Alice Cooper zeigen sie, der auch auf dem Golfplatz die Gummimaske eines lebenden Toten trägt.
Womit wir wieder beim Thema wären: Leben! Wie schön ist es doch – noch!
Denn wenn die Vogelgrippe die Bastionen westlicher Immunisierungsstrategien niederreißt, dann haben wir ein Scheiß-Problem. Mal ehrlich: Wie kommt denn die Vogelgrippe wirklich aus der Türkei nach Deutschland? Über die Vogelscheiße, die den Golfern aus Belek an den Schuhen hängt! Alle „Eagles“ gehören in Quarantäne und Tausende anderer Golfer dazu.
(Den Bildern in GOLFWELT nach zu urteilen und dem, was da so Backstage gelaufen sein muss, gehören manche EAGLES sowieso in Quarantäne, aber das ist ein anderes Thema).
Nein – die Vogelscheiße an Schuhen der Golftouristen sind das trojanische Pferd, das unsere Seuchenexperten übersehen haben!
Konsequenzen? Sollten alle Türkei- Touristen ein paar Wochen in türkischen Gefängnissen untergebracht werden? Die haben nach Aussagen des türkischen Botschafters, (damals zur Antikstein- Affäre) europäischen Standard. Das Toilettenloch im Boden, das von etwa 80 Personen benutzt wird, die in der 20 qm-Zelle Urlaub machen, hat etwa die Größe eines Wintergolflochs, womit unsere deutschen Virenbummler die Gelegenheit hätten, sich beim Zielen auf die hiesigen Wintergolfverhältnisse umzustellen.
Nein, das ist natürlich Quatsch, das bringt nichts, denn die Vogelgrippe kann auch von jedem Tourspieler eingeschleppt werden, der in irgendeiner asiatischen Brutstätte der European Tour in den Vogelkot getappt ist.
Wenn wir diese Scheiß-Bedrohung mit dem Titelbild der GOLFWELT multiplizieren, bleibt nur der Schluss, dass der Golfsport verboten werden muss.
Politbanditen, Rock´n -Roll Mumien und Vogelscheißetreter sind derzeit die größte Bedrohung der Zivilisation und ich hoffe, dass Gesundheitsminister Seehofer uns angemessen schützen wird.
Ihr
Eugen Pletsch


