Was ist nur mit Oskar los?
Oskar Brunnthaler, Chefredakteur der GOLFt.i.m.e hatte nach der British Open mächtig Staub aufgewirbelt, als er dem „Schuster-Bub“ und einer ganzen Generation ewiger Talente, die Leviten las und damit vielerorts Unmut erzeugte. Das Echo klingt immer noch in den Leserbriefen der aktuellen Ausgabe nach.
Zwei Fraktion habe sich gebildet, nennen wir sie im Kontext des Magazins mal die Pillenpeter und die dicken Schorsche. Die Schorsche vertreten Ansicht, dass diese verwöhnten Warmduscher und Weicheier, die nicht mal höflich grüßen können, öffentlich ausgepeitscht gehören und danken dem Oskar für seine klaren Worte.
Die Pillenpeter gehen mit Oskar hart ins Gericht, weil er gesagt hat, was viele denken, was man aber so nicht sagen darf, weil das nicht schicklich ist, zumal man das höflicher und konstruktiver hätte formulieren können, und das Gesagte dergestalt wohlmöglich zu einem tiefen, seelischen Nachhall, wenn nicht Schaden führt, den ein junger Mensch, der die Pubertät gerade erst seit 10 oder 15 Jahren hinter sich gelassen hat, kaum zu ertragen vermag, abgesehen von Faktoren, die mitspielen, und die ungesagt blieben, zum Beispiel…und so weiter..
Meine Wenigkeit fand die Bemerkung eines jungen Spielers Mitte/Ende Zwanzig besonders interessant, der monierte, dass er mental nicht richtig vorbereitet gewesen sei. Ja, Du liebe Güte, wie denn das? Ist er nicht mit dem „Golf-Mental Briefkasten“ der Golftime aufgewachsen? Wurden seine „Sorgen, Nöte und Probleme“ nicht ebenda optimal gepampert?
Und wenn das nicht reicht: die Konkurrenz, König Freds Kompetenzkaserne GOLFaktuell, bedient ebenfalls den alltäglichen Irrsinn auf dem Golfplatz: Das Leuchtfeuer der mental Schiffbrüchigen, B. Litti, bietet ein hochgeistiges Weichspülerprogramm, das jeden jungen Pro federleicht über die magische Ziellinie CUT tragen sollte, sofern er nicht nur sein Handicap, sondern überhaupt etwas, im Kopf hat. Also, wo fehlt es noch, ihr jungen hoffnungsvollen Nachwuchs-Pros? Diese Fachmagazine gibt es umsonst! Könnt Ihr nicht lesen?
Zurück zu Oskar. Man fragt sich, was mit ihm los ist. Jetzt legt er sich auch noch mit den Damen an. Oskar findet es nicht gut, dass Michelle Wie auf der Herrentour mitspielen will und das auch noch mit der fadenscheinigen Begründung, es würde dem Frauengolf insgesamt schaden. Warum? Es haben sich Männer schon operieren lassen, nur damit sie auf der Damentour mitspielen können. Warum sollte man einer jungen Frau verwehren, mit den Kerlen zu duschen?
Ich habe im „Weg der weißen Kugel“ (…ja, das muss jetzt kommen ;-) im Kapitel „Ladiesday“ sogar dafür plädiert, die Damentees komplett abzuschaffen, weil ich sie für eine unzeitgemäße Form der Diskriminierung halte.
Aber wie soll der Oskar etwas von der aktuellen Geschlechterdiskussion im Golfsport wissen, wenn er den WEG, das offizielle Handbuch für emanzipierte Golferinnen, im Karton neben seinem Schreibtisch vergammeln lässt?
Zum Teufel: Drei Leseexemplare wurden an die Golftime geschickt und in der Vorweihnachtsausgabe steht kein Wort darüber :-(
Wo und warum mein Buch sonst noch z.B. wegen seiner kritischen und politischen Texte gemobbt wird, lesen Sie in der nächsten Folge, die da heißt: DER LANGE ARM DER CHINESEN!


