Alle großen Lügner in einer Ecke…
Nein. Von der World Teaching Konferenz rede ich nicht. Auch nicht von der Golf Europe. Ich bin antizyklisch nach Norden gefahren, um mir von Oliver Heuler alles von der WTC erzählen zu lassen. Mittlerweile steht der Bericht von Oliver Heuler als Videovortag im Golfforum. Sein Coaching mit dem SAM PuttLab am nächsten Tag war ausgesprochen effizient. Der Spicyputter wird von mir 3-5 Grad offen zurückgenommen und im Treffmoment bis zu 7 Grad geschlossen. Und dann wundere ich mich, warum dat Ding nicht so läuft, wie es soll.
Dann war Buchmesse. Mein Hauptziel war natürlich der Stand des KOSMOS-Verlages, wo „Der Weg der weißen Kugel“ ausgestellt war. Für einen kleinen Autor ein großer Moment!
Das Buch stand in guter Gesellschaft zusammen mit „Golf spielen leicht gemacht“, „Breaking 100-90-80“, „Kagami Golf“ und Uschi Beers „Geheimnis guter Scores“. Rechts und links von der Golfabteilung waren die Kernthemen des Verlages aufgereiht: die Naturbücher. Meine Begleitung (Jägerstochter) meinte nur lakonisch: “Alle großen Lügner in einer Ecke: die Jäger, die Angler und die Golfer.”
Tage später in Düsseldorf traf ich meinen alten Freund Dawie Stander, der jetzt erfolgreich in Hubbelrath als Trainer arbeitet. Eigentlich war ich mit Manfred Hauser verabredet, Autor von „Die GOA-Methode – Golfen ohne Angst“, der Kinesiologie, REM und andere zeitgemäße Methoden nutzt, um Golfer durch Traumata zu begleiten, um sie – wenn möglich – aufzulösen. Hauser hatte mir schon vor längerer Zeit ein Coaching angeboten, um meinem Yips auf die Schliche zu kommen.
Beim Essen erzählte uns Dawie von Erlebnissen mit seinen Schülern, die er so ganz anders als die „Offiziellen“, und dabei überaus erfolgreich, trainiert. Brunnthalers Levitenlese in der GolfT.I.M.E. anlässlich Tino Schusters Absacker bei den British Open wurde auch kolportiert. Ich fand es ja auch deftig, dass sich Schuster damit entschuldigte, dass er (fast dreißig) noch jung wäre und Erfahrungen sammeln wolle. Am Heftigsten fand ich aber die Bemerkung mit dem „Mentaltrainer“ (wird noch gesucht, obwohl man nicht so gut englisch kann).
Da sitzt hier der Hauser am Tisch und würde so einem “jungen Spieler” notfalls auch umsonst helfen, wenn es denn am Geld fehlen würde. „Aber an die kommt man ja nicht ran“, meint Hauser mit Blick auf die Manager, die ihre Schäfchen eifersüchtig vor Fremdeinflüssen zu schützen versuchen.
Vier Stunden stieg Manfred Hauser dann mit mir, sozusagen mit Gummistiefel und Grubenlampe, in den verschütteten Gewölben und Gängen meiner traumatischen Kindheit herum. Ob es etwas hilft, werden wir sehen, wenn die nächste Saison beginnt. Bis dahin genießen wir erst einmal das herrliche Herbstlicht, das Singen der letzten Vögel und den warmen Wind, der durch das Ozonloch strömt.


